70 Jahre Spätberufenenschule - Bischof Rudolf: „Fockenfeld ist eine Erfolgsgeschichte"

19.09.2016

Zahlreiche Persönlichkeiten haben das Spätberufenenseminar in Fockenfeld durchlaufen, weiß Pater Benedikt Leitmayr, selbst Lehrkraft in Fockenfeld, zu berichten. Darunter Bischof em. Dr. Walter Mixa, Weihbischof Reinhard Pappenberger, Generalvikar Andreas Kutschke aus Dresden, Generalvikar Dr. Klaus Metzl aus Passau, , Prof. Wolfgang Weiß, Kirchengeschichte an der Universität Würzburg, Br. Marinus Parzinger, derzeit Provinzial bei den Kapuzinern, Benediktinerabt Markus Spanier, Abtei Marienberg, Südtirol, der Regensburger Bischofskaplan Michael Dressel, eine beachtliche Zahl von Dekanen im Bistum Regensburg, Ständige Diakone, Religionslehrer, Professen, Lehrer, Mediziner, und viele mehr.

 

“Einmal Fockenfelder – Immer Fockenfelder!”

Besonders hebt Pater Benedikt die Lernatmosphäre in dem idyllisch gelegenen Seminar hervor: „Wir haben hier eine sehr schöne, wenn auch verantwortungsvolle Aufgabe, junge Menschen ein Stück ihres Lebensweges zu begleiten und ihnen für einige Jahre in unserer Schule und unserem Seminar eine familiäre Heimat zu schenken. Mit Freude, Hoffnung und Vertrauen nehmen wir diesen Auftrag gerne auch in Zukunft wahr und begleiten junge Menschen in aller Freiheit auf dem Weg ihrer schulischen, christlichen und menschlichen Bildung und helfen ihnen in ihrer Berufungs- bzw. Berufsentscheidung.

Es gibt das geflügelte Wort: “Einmal Fockenfelder – Immer Fockenfelder!” Ich höre immer wieder von ehemaligen Fockenfeldern, dass die gute Atmosphäre, das Miteinander, das Anteilnehmen und Anteilgeben in den Jahren ihrer Zeit in Fockenfeld eine wertvolle Stütze und Ermutigung war auf dem gelegentlich auch mühsamen Weg zum Abitur. Mir scheint, dass das Seminar und in seiner Mitte die Kapelle der Schlüssel ist dafür, dass eine hohe Identifikation für eine geistlich-religiöse, menschliche und familiäre Heimat wachsen konnte. Gerade in der Kapelle haben sich in den 70 Jahren Patres, Brüder, Schwestern, Lehrer, Angestellte und Schüler immer wieder Mut und Kraft für ihren Dienst und für das Lernen in der Schule erbeten. Schauen wir mit großer Dankbarkeit auf diese 70 Jahre zurück und bitten wir unseren Herrgott, dass er uns weiterhin mit seinem Segen begleitet im Wirken an den jungen Menschen, die sich uns anvertrauen.

 

Fockenfeld ist etwas Besonderes

Fockenfeld zeichnet sich auch heute durch das Zusammenleben im Seminar aus. Damit bilden die Schüler in Verbindung mit den Pädagogen eine besondere Lerngemeinschaft. Das Wohnen in Einzelzimmern mit Nasszelle und gleichzeitig das Pflegen einer Gemeinschaft ist besonders kostbar. Zudem liegt Fockenfeld in einer ruhigen und wunderschönen Umgebung. Eingebettet in die Natur ist geleichzeitig eine Einladung zum Lernen und Entspannen. Das ist etwas Besonderes“, so Pater Leitmayr.

 

Bischof Rudolf feiert 70-jähriges Bestehen

„Wir und das ganze Bistum Regensburg sind ihnen dankbar. Ich danke meinen Vorgängern, dass sie schon früh die Weichen für Fockenfeld gestellt haben. Ihnen ist es hauptsächlich mit zu verdanken, dass unser Bistum mit Priestern so gut aufgestellt ist. Da sind wir Spitze in ganz Deutschland“, sagte Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer in seiner Predigt, zum 70-jährigen Bestehen der Spätberufenenschule Fockenfeld. Die Predigt von Bischof Rudolf Voderholzer können Sie hier in voller Länge lesen.

Welche Wertschätzung die Diözese Bayerns kleinstem Gymnasium entgegenbringt, zeigt die Tatsache, dass neben Bischof Dr. Rudolf Voderholzer auch Weihbischof Reinhard Pappenberger, er machte hier selber das Abitur, mit das Pontifikalamt zelebrierten.

Mit weiteren 14 Geistlichen, unter ihnen Provinzial Pater Thomas Vanek (Wien), Dekan Thomas Vogl, Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr, sowie den ehemaligen Fockenfelder „Urgesteinen“ Pater Maximilian Hofinger und Pater Georg Grois wurde der Gottesdienst gefeiert. Musikalisch zeichneten die ehemaligen Schüler Pater Marinus Parzinger (München), Stefan Menz (Schweinfurt), Domspatz Wolfgang Eckert (Regensburg) und Organist Werner Zuber (Augsburg) verantwortlich. Es wurde ein ganz besonders festlicher Gottesdienst in der Hauskapelle, mit Besuchern, wie sie die Kapelle schon seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Leider musste der geplante Kirchenzug mit den Konnersreuther Vereinen und der örtlichen Jugendblaskapelle wegen Dauerregens ausfallen.

Fockenfeld führt junge Männer zum Priestertum

Hausoberer Bruder Markus Adelt hieß die Geistlichen, ehemalige Fockenfelder und viele Gläubige aus der ganzen Region willkommen. „Ich bin der Einladung gerne gefolgt“, sagte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in seinen einleitenden Worten. Mit Weihbischof Reinhard Pappenberger war eine ehemaliger Fockenfelder Abiturient unter den Konzelebranten. Ausdrücklich dankte Bischof Voderholzer den Mallersdorfer Schwestern, die immer für eine gute Atmosphäre im Haus sorgten und sorgen. „Ich danke dem Haus Fockenfeld für die Unterstützung in den vergangenen sieben Jahrzehnten für die Diözese Regensburg und für die gesamte Kirche“.

Gleich zu Beginn seiner Predigt machte der Bischof deutlich, dass für Gott alle Seelen wichtig sind, keine soll verloren gehen. Gezeigt hat er dies in der Menschwerdung seines Sohnes Jesus Christus. „Gott schlägt die Brücke zu uns Menschen durch seinen Sohn, den er zu uns entsandte“. Ausdrücklich betonte der Bischof, „es gibt kein Priestertum außerhalb des Priestertums Christi. Die Priester sind es, die mit ihrem Wort uns Vergebung sagen könne, dank ihrer erhaltenen Weihevollmacht“. Es ist die Spätberufenenschule Fockenfeld, die junge Männer zum Priestertum hinführt.

Resl von Konnersreuth setzte sich für Fockenfeld ein

Der Bischof erinnerte an Therese Neumann, ohne deren Zutun und Mitwirken es hier keine Spätberufenenschule geben würde. „Die Resl war es, die aus der heiligen Eucharistie und der Beziehung zu Gott gelebt hat. Sie wusste, die Eucharistie ist ein Geschenk Gottes. Und dazu braucht es Priester“. Der Bischof sagte weiter, „wir können heute nur staunen über die Weitsicht der Resl, die schon in den 20er Jahren damit den Münchner Journalisten Fritz Gerlich überzeugte“. Erneut wünschte sich Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, ähnlich wie für die Resl, die Einleitung eines Seligsprechungsprozesse für Fritz Gerlich. „Die Resl und Fritz Gerlich gehören zusammen, so wie auch Fürst von Waldburg-Zeil zu Fockenfeld gehört. Ohne seien finanzielle Unterstützung gäbe es heute diese Schule hier nicht“.

Und weiter: "Ein beeindruckender Mann, ein Weltchrist von Format, Mitglied des ZdK. Das waren noch Zeiten! Heute kommen von dort eher despektierliche Töne für die Priester aus der Weltkirche, über die ich mich abgrundtief schäme und für die ich nur alle Priester aus der Weltkirche, die in unserem Bistum Dienst tun, aufrichtig um Vergebung bitten kann."

Weiter sagte der Bischof, „Fockenfeld ist zu einer Erfolgsgeschichte geworden. Bis zu 600 Priester sind daraus hervorgegangen. Aber es gibt auch Weltchristen, dazu zähle ich die ehemaligen Fockenfelder, die heute Ärzte, Politiker oder andere verantwortliche Berufe inne haben. Das ganze Bistum Regensburg sagt heute Danke, wir sind dazu verpflichtet“. Der Bischof bezeichnete das Priestertum als fundamental. Er dankte allen, die um Priesterberufe beten, sei es in Gebetskreisen. Dank galt den Fockenfelder Berufungswegen. „Wir wollen das Fockenfeld eine Zukunft hat. Jetzt kommen bald drei neue indische Priester, sie werden Fockenfeld von innen her bereichern“. Abschließend sagte der Bischof, „ohne einer möglichen Seligsprechung der Resl vorgreifen zu wollen, sie und Fritz Gerlich blicken auf unsere Diözese und Fockenfeld. Und auch der heilige Josef steht ihnen bei“. Mit einem feierlichen Te Deum endete das festliche Pontifikalamt.

Die gesamte Predigt von Bischof Voderholzer gibt es in unserer Mediathek zur Einsicht.