Das Bistum trauert um Apostolischen Protonotar Dr. Albert Rauch

13.01.2015

Die Diözese Regensburg trauert um ihren lieben Mitbruder den verehrten Apostolischen Protonotar Dr., Dr. h.c. mult. Albert Rauch.

Dr. Albert Rauch starb am 10. Januar 2015 in Etterzhausen, wo er seit 1972 als Expositus die dortige Gemeinde betreute. Er starb im 82. Lebens- und im 57. Priesterjahr.


Am Mittwoch, 21. Januar 2015, wird um 13.00 Uhr im Hohen Dom zu Regensburg das Requiem für Dr. Albert Rauch gefeiert.
Die Priester sind eingeladen, in Talar, Chorrock und violetter Stola an dem Requiem im Hohen Dom zu Regensburg (Platzreservierung im nördl. Querhaus) teilzunehmen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Anschließend findet um 15.30 Uhr auf dem Friedhof in Etterzhausen die Beisetzung statt.


Das Bistum Regensburg hat für den Verstorbenen ein digitales Kondolenzbuch eingerichtet.


Anstelle von Blumen und Kränzen erbat sich der Verstorbene Spenden zugunsten des "Förderverein Ostkirchliches Institut"
IBAN:  DE89 7509 0300 0001 1216 85
BIC: GENODEF1M05


Wir bitten um Ihr Gebet für den verstorbenen Mitbruder. Jesus Christus, der Hohepriester und Gute Hirt, möge ihn aufnehmen in sein himmlisches Reich.

 

Zur Person des Verstorbenen

Dr. Albert Rauch wurde am 10. September 1933 in Pfaffenberg geboren. Nach seiner Gymnasialzeit am Studienseminar Obermünster in Regensburg absolvierte er seine philosophisch-theologischen Studien an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Dort wurde er am 10. Oktober 1958 zum Priester geweiht. Nach Abschluss seiner Spezialstudien für die Orthodoxie am Collegium Russicum in Rom im Juli 1961 war Dr. Albert Rauch bis 1962 zunächst Kaplan in Dingolfing-St. Johannes und anschließend bis 1965 in der Pfarrei Weiden-Herz Jesu. Von 1965 bis 1966 folgte erneut ein Jahr in Rom, diesmal als Sekretär von Josef Kardinal Slipyj. Nach seiner Rückkehr aus Rom war Dr. Albert Rauch als Präses der marianischen Priesterkongregation (ab 1967) und als nebenamtlicher Studentenpfarrer (ab 1969) tätig. 1972 übernahm er die Expositur Etterzhausen, die er bis zu seinem Tod betreute.

Liebe zur Orthodoxie

Die Liebe zur Orthodoxie hat Dr. Albert Rauch ein Leben lang geprägt. Beginnend mit dem Aufbaustudium in Rom über seine langjährige Tätigkeit als Berater der Ökumenekommission der deutschen Bischofskonferenz für die Kirchen des Ostens (1966-2001) bis hin zur Leitung des ostkirchlichen Instituts in Regensburg zieht sich diese Liebe durch das ganze priesterliche Leben Dr. Albert Rauchs. Schon vor der Aufhebung der gegenseitigen Anathemata am Ende des zweiten vatikanischen Konzils sorgte er mit seinem Mitstreiter und Kollegen Nikolaus Wyrwoll dafür, dass orthodoxe Studierende theologische Abschlüsse an katholischen Fakultäten abschließen konnten. Diese Tätigkeit mündete unter der Schirmherrschaft des damaligen Regensburger Bischofs Rudolf Graber in der Gründung des ostkirchlichen Instituts.

Locker organisiert seit 1967, im eigenen Gebäude – dem ehemaligen Klarissenkonvent in der Regensburger Ostengasse – von 1974 bis 2013 verwaltete das ostkirchliche Institut das Stipendienprogramm der deutschen Bischofskonferenz für die Orthodoxie, veranstaltete Symposien und Tagungen, bot vielen hundert Vertretern und Vertreterinnen der orthodoxen Kirchen über Monate oder gar Jahre in den eigenen Räumen Unterkunft und die Gelegenheit zu Studium und Weiterbildung. In seiner eigenen, liebenswürdigen und demütigen Art begleitete Dr. Albert Rauch all diese Studierenden und hat es geschafft, ihnen hier nicht nur Heimat zu geben, sondern vielfältige tiefe Beziehungen zu schaffen und das gegenseitige Verständnis und Annehmen zu fördern. Mit dazu beigetragen hat die Reisetätigkeit Dr. Albert Rauchs in die Länder der Orthodoxie manchmal unter schweren Bedingungen, wie z.B. während der Balkankriege nach Serbien. Dr. Albert Rauch war auch Herausgeber von „Orthodoxia“, dem jährlich erscheinenden Verzeichnis aller altorientalischen und orthodoxen Kirchen.


Auszeichnungen

Die große Wertschätzung, die die Arbeit Dr. Albert Rauchs in seiner eigenen Kirche aber auch in den orthodoxen Kirchen genoss, zeigt sich in einer langen Reihe von Auszeichnungen: 1971 wird er Kaplan seiner Heiligkeit (Monsignore), 1990 päpstlicher Ehrenprälat und 2008 Apostolischer Protonotar. Ehrendoktorwürden erreichen ihn 1997 von der orthodoxen-theologischen Fakultät Bukarest, 2002 von der orthodoxen-theologischen Fakultät Oradea und 2008 von der orthodoxen-theologischen Fakultät Alba Julia. 1997 wird Dr. Albert Rauch Ehren-Archimandrit der rumänisch-orthodoxen Kirche. Im Jahr 2002 erhält er vom Moskauer Patriarchat den Orden des Friedensstifters Daniel, 2008 vom gleichen Patriarchat die Orden des Hl. Kyrill von Turov und des Hl. Sergius von Radonezh.


Auch nach der Auflösung der Institutsräume im Jahr 2013 und der Übergabe des Studienprogramms an das Johann-Adam-Möhler-Institut in Paderborn arbeitete das ostkirchliche Institut unter der Leitung von Albert Rauch von Etterzhausen aus weiter.


Dort ist Dr. Albert Rauch am Nachmittag des 10. Januar 2015 gestorben. Das Bistum Regensburg bleibt ihm über den Tod hinaus in Dankbarkeit und Wertschätzung verbunden.