Für christliche Flüchtlinge ein Stück Heimat – Liturgische Texte und Gebete zweisprachig

02.10.2015
Maronitischer Gottesdienst in Damaskus. Foto: © Kirche in Not.

Sie fliehen aus ihrer Heimat, weil sie um Leib und Leben fürchten: Täglich kommen Menschen aus den Kriegsregionen im Nahen Osten in unser Land, unter ihnen auch Christen. Für die Flüchtlinge ist dieses Land fremd. Fehlende Sprachkenntnisse verhindern die Verständnismöglichkeit im Alltag - aber auch in der kirchlichen Liturgie. „Soweit diese Christen den katholischen Ostkirchen angehören, das sind zum Beispiel Melkiten, Maroniten, kommen Sie gerne in unsere Gottesdienste“, weiß Dr. Reinhold Then, Leiter der Bibelpastoralen Arbeitsstelle im Bistum Regensburg und Gründer des Vereins Christen helfen Christen im Heiligen Land e.V. „Doch auch hier fehlt ihnen die Sprache.“

Sonntagsevangelien, Antworttexte und Grundgebete auf Deutsch und Arabisch

Um den arabischsprachigen christlichen Kriegsflüchtlingen von Beginn an die aktive Teilnahme am deutschsprachigen Gottesdienst zu ermöglichen, hat die Bibelpastorale Arbeitsstelle deshalb ein arabisch-deutsches Geheft zusammengestellt. Es erschließt für die neu ankommenden Gottesdienstteilnehmer die wiederkehrenden Textpassagen und die Antworttexte der Messfeier.

„Auch das Evangelium des jeweiligen Sonntags wollten wir verstehbar und damit zweisprachig anbieten“, sagt Dr. Then. Auf der Website des Vereins Christen helfen Christen im Heiligen Land e.V. finden sich daher alle Sonntagsevangelien in zwei Sprachen. Auf den ausdruckbaren Seiten steht versweise zuerst der deutsche Text, darunter wird die Übersetzung in arabischer Sprache angeboten. Der arabische Text ist eine Übersetzung der griechisch-katholisch-melkitischen Kirche, der deutsche Text folgt der Einheitsübersetzung.  „Weitere zweisprachige Texte wie 1. Lesung, Antwortpsalm, 2. Lesung wären zwar sinnvoll, doch hat sich gezeigt, dass die Textmenge eine Überforderung darstellt“, erläutert Dr. Then.

Über die Gebete und Texte für die Sonntagsmesse hinaus bietet Dr. Reinhold Then auch die Grundgebete in zweisprachiger Fassung an. Bereits jetzt ist das Vaterunser zweisprachig erhältlich, das Ave Maria und weitere Grundgebete werden folgen.

Die zweisprachigen Angebote möchten den christlichen Flüchtlingen die aktive Teilnahme an der Liturgie erleichtern – und leisten vielleicht einen Beitrag dazu, dass diese Menschen in unserer Ortskirche als Teil der weltumspannenden katholischen Kirche ein Stück Heimat wiederfinden. Ganz nebenbei unterstützen die Angebote das Erlernen der deutschen Sprache.

 

Die Links zu den Angeboten auf einen Blick