„Ich bin da“ – Qualifizierungskurs für ehrenamtliche Seniorenbegleiterinnen und -begleiter

12.09.2016
© Caritas Regensburg

 

Katholische Erwachsenenbildung Kelheim und Fachstelle Seniorenpastoral  starten am 16. September neuen Kurs - bisher sieben Kurse mit sehr positiver Resonanz 

Unter dem Motto „Ich bin da“ bieten die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) Kelheim, die Seniorenstelle des Landkreises und die Fachstelle Seniorenpastoral des Bistums im Herbst 2016 und Frühjahr 2017 Ehrenamtlichen, die sich für die Arbeit mit Senioren qualifizieren wollen, einen intensiven zehnteiligen Kurs an. Herzlich eingeladen sind auch Teilnehmende aus Regensburg und den Nachbarlandkreisen. Der Kurs beginnt mit einer Einführungsveranstaltung am Freitag, 19. September 2016 um 14 Uhr im Landratsamt in Kelheim. Am Freitag, 30. September um 14 Uhr fängt der eigentliche Kurs an. Die Organisatoren bitten, sich umgehend anzumelden.

 

Der „Seniorenbegleiterkurs“ wurde gemeinsam von der Altenseelsorge und der KEB entwickelt. Er richtet sich insbesondere an Menschen im Alter rund um den Ruhestand, die ihre Zeit sinnvoll nutzen und sich für andere engagieren wollen. Mit seinem vielfältigen Themenspektrum bietet er zudem eine gute Gelegenheit, sich mit dem eigenen älter werden auseinander zu setzen. Seit dem Start vor neun Jahren hat sich gezeigt, dass einzelne Teilnehmende das Angebot nutzen, um sich auf die Betreuung von Verwandten in der Familie qualifiziert und gezielt vorzubereiten. Auch Senioreneinrichtungen haben ehren- und hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Fortbildung zu den Seniorenbegleiterkursen geschickt. Zunehmend qualifizieren sich auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Nachbarschaftshilfen mit dem Angebot.

 

Die Seniorenbegleiterinnen und Seniorenbegleiter sollen nach dem Kurs vermittelt durch Sozialstationen, Pfarreien, die Ehrenamtsstelle des Landkreises oder andere Einrichtungen individuell ältere Menschen regelmäßig besuchen und sie auch persönlich begleiten. Auch wer sich in Altenheimen regelmäßig um jemanden kümmern möchte, bekommt in dem Kurs das Handwerkszeug dazu. Angesprochen werden sowohl die, die sich einen solchen Dienst neu überlegen, als auch diejenigen, die vielleicht schon jahrelang ältere Menschen begleiten. Die Kurse haben gezeigt, dass gerade diese Mischung von erfahrenen Teilnehmenden, die ihre Arbeit reflektieren, und „Neulingen“ für das Gespräch in der Gruppe sehr fruchtbar ist. Langfristig ist es das Ziel, ein Netz von ehrenamtlichen Seniorenbegleitern in den Städten bzw. Landkreisen aufzubauen, die vor allem zum Gespräch und zur persönlichen Begleitung von Senioren zur Verfügung stehen. Es geht also nicht um eine Konkurrenz zu Pflegediensten oder anderen betreuenden Einrichtungen.

 

Intensive Ausbildung auch mit persönlichem Gewinn

„Der Kurs verlangt von den Teilnehmenden mit zehn Terminen innerhalb eines halben Jahres und intensiver Mitarbeit zweifellos großes Engagement. Unsere Erfahrung ist aber, dass gerade diese Intensität ein Gewinn nicht nur für die spätere ehrenamtliche Arbeit ist, sondern auch für die Kursteilnehmer selbst“, so Gregor Tautz von der KEB im Landkreis Kelheim. Die regelmäßige Evaluation des Kurses habe durchwegs sehr positive Resonanz gezeigt. Der demografische Wandel habe vielfältige Gesichter, so Tautz weiter. Er bedeute zum einen, dass viele aktive Ältere noch etwas Sinnvolles tun wollen und können. Er bedeute zum anderen eine zunehmende Zahl von hilfsbedürftigen älteren Mitmenschen. „Wenn es gelingt, diese beiden Bewegungen zusammen zu bringen, ist im Sinn einer humanen Entwicklung der Gesellschaft viel erreicht. Dies versucht der Seniorenbegleiterkurs“, charakterisiert der geschäftsführende Bildungsreferent der KEB Kelheim das Konzept.

 

Breites Themenspektrum bereitet auf persönliche Begleitung vor

An insgesamt zehn Veranstaltungstagen mit von 14 bis 18 bzw. 19.30 Uhr wird in dem Kurs ein breites Spektrum von Fragen abgedeckt. Dabei zieht sich durch alle Veranstaltungen das Prinzip, dass nicht nur „von vorne“ unterrichtet wird, sondern die Inhalte auf der Basis der eigenen Erfahrungen mit den Kursleitern erarbeitet werden. Zum Kurs gehört die Auseinandersetzung mit dem eigenen älter werden, der eigenen Biographie und dem kennen lernen der Veränderungen, die das Alter mit sich bringt. Er gibt Anregungen, wie man gerade im Alter den Alltag aktiver gestalten kann. Eine Einheit behandelt Fragen um das selbst bestimmte Leben im Alter, wie rechtliche Vorsorge und das richtige Wohnen im Alter. Die zukünftigen Seniorenbegleiter werden in Grundzügen auf den Umgang mit Demenzerkrankungen und Altersdepression vorbereitet. Ebenso spielen theologische Fragen, die am Lebensende wichtig werden und das Gespräch darüber eine wichtige Rolle. Konkrete Hilfen und Ansprechpartner in den Landkreisen und Städten für das Leben mit altersbedingten Problemen sind ein weiteres Thema. Der Hospizverein informiert über seine Arbeit und wie man die letzte Lebensphase als Begleiter und Betroffener menschlich wertvoll gestalten kann. Nicht zuletzt geht es um eine Anleitung zu einer helfenden Gesprächsführung speziell im Kontakt mit alten Menschen. Bei der Abschlussveranstaltung wird dann ein erster Besuch geplant und durchgespielt. Nach dem Kurs werden die Teilnehmenden in jährlichem Abstand zum Erfahrungsaustausch eingeladen.

 

Vielfältige Kooperationspartner zum gegenseitigen Nutzen

Die Kooperationspartner in Landkreisen, Städten und Einrichtungen begrüßen und unterstützen das Angebot der Katholischen Erwachsenenbildung und der Altenseelsorge. So freut sich zum Beispiel Gabi Schmid, die Seniorenbeauftragte des Landkreises Kelheim, über den gemeinsamen Kurs. Ihr hilft der Kurs, das zentrale Anliegen einer vernetzten Seniorenarbeit im Landkreis umzusetzen. Insbesondere für die neu entstehenden Nachbarschaftshilfen im Landkreis ist der Kurs eine gute Gelegenheit zur Aus- und Fortbildung. Mehrere Altenheimleiterinnen, die haupt- oder ehrenamtliche Mitarbeiterinnen zum Kurs geschickt haben, tun dies immer wieder, weil sie festgestellt haben, dass er sich ausgesprochen positiv auswirkt. „Das Verständnis, was im alten Menschen vorgeht, was er braucht und wie man ihm helfen kann, ist durch den Kurs gewachsen. Die Kursteilnehmer gehen heute ganz anders mit den alten Menschen um“, hat zum Beispiel eine Heimleiterin festgestellt. Bei dem Kurs sind auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Nachbarlandkreisen herzlich willkommen.

 

Die Kursgebühr beträgt inklusive Arbeitsmaterial, Essen und Getränke für die 10 Treffen 80 €, die nach Möglichkeit von den Einrichtungen übernommen werden, für die die Ehrenamtlichen arbeiten. Der Informationsnachmittag ist kostenlos.

 

Nähere Informationen

Gregor Tautz, KEB im Landkreis Kelheim, Tel.: 09443/91842-28; www.keb-kelheim.de. Zu der Veranstaltung gibt es einen Flyer, der angefordert werden kann. 

 

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