„Impulse aus Afrika“- 13. Diözesaner Schöpfungstag im Kloster Strahlfeld

02.10.2017

„Von Natur aus: Arm – Miteinander für das Gemeinsame Haus Schöpfung“, so lautete das Motto des diesjährigen Schöpfungstages der Diözese Regensburg. Zum 13. Mal veranstaltete das Bistum heuer am letzten Samstag des Septembers den Informations- und Aktionstag, der für die Bewahrung der Schöpfung sensibilisieren möchte. Mehr als 90 Besucher folgten der Einladung. Jährlich werden andere Schwerpunktthemen aufgegriffen und jährlich wird auch ein anderer Veranstaltungsort gewählt. 2017 konnte das Kloster Strahlfeld bei Roding für die Durchführung gewonnen werden.

Auch die Umweltbeauftragte, Beate Eichinger, versuchte sich am Hüttenbau.

Ökosozialer Zusammenhang von Umweltschutz und Armutsbekämpfung

Der diesjährige Schöpfungstag nahm den Menschen als Teil der Schöpfung in den Blick und griff das Grundanliegen von Papst Franziskus in seiner „Öko-Enzyklika Laudato Si“ auf, dass der Einsatz für eine gesunde Umwelt und für eine gerechte Verteilung der Güter zusammen gehören. Denn laut dem Pontifex könne man nur dann friedlich als Menschenfamilie im gemeinsamen Haus Schöpfung zusammenleben, wenn man sich um globale Armutsbekämpfung und wirksamen Naturschutz zugleich bemühe. Die Missionsdominikanerinnen des Klosters Strahlfeld als Gastgeber sowie die Nicht-Regierungs-Organisation Technik ohne Grenzen e.V. (TeoG), die man für diesen Tag gewinnen konnte, sind in diesem Anliegen des Heiligen Vaters aktiv: Denn in verschiedenen Projekten suchen sie gemeinsam mit den Einheimischen nach Wegen, wie diese von ihrem Ökosystem profitieren können, ohne es selbst zu zerstören.

Unter anderem wurde ein Trommelworkshop angeboten.

Das Mittagessen: Afrikanische Küche für alle!

Jedes Jahr bemühen sich die Umweltbeauftragte der Diözese Regensburg, Beate Eichinger, und ihr Team darum, den Besuchern einen ganzen Tag interessante Einblicke in das jeweilige Schwerpunktthema und Impulse für den Alltag zu geben. So auch in diesem Jahr: Dr. Frank Neumann, Vorsitzender von TeoG eröffnete am Morgen mit einem Impulsvortrag zum Thema „Müll und Wasser in Entwicklungsländern – wir haben nur eine – unsere Welt!“. Danach konnten die Gäste zwischen thematischen Führungen, vertiefende Gesprächsrunden und spirituellen Angeboten wählen. So erörterten zum Beispiel ein Bienenzüchter und ein Jagdpächter im Rahmen einer Kurzwanderung die Schutzmaßnahmen und die damit verbundene weltweite Bedeutung von Wildtieren und Bienen.

Schwester Flavia aus dem Kloster Strahlfeld führte in eine spirituelle Schöpfungsmeditation ein, die TeoG-Regionalgruppe Amberg stellte ihr Projekt „Müll – Energie: Bau von Hochtemperaturöfen – Solarenergie zum Kochen“ vor. Dr. Bernhard Bleyer vom Institut für Nachhaltigkeit der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) informierte und diskutierte über die Zerstörung der Humanökologie durch existenzielle Armutsbedrohung am Beispiel von lateinamerikanischen Straßenkindern. Ludwig Spagl, Geschäftsführer im Kloster Strahlfeld erläuterte die Umweltansätze der Strahlfeldener Ordensgemeinschaft.

Essenfassen! Mittags gab es original afrikanische Speisen.

Für Familien, Kinder und Jugendliche wurde ein extra Begleitprogramm angeboten. So konnte man unter anderem eine afrikanische Hütte bauen, afrikanische Tiermasken bemalen, aus Draht Spielsachen basteln oder Tragetechniken auf Kopf und Rücken ausprobieren. Der Schöpfungstag ist für Kinder kostenlos. Das reiche Angebot für die Kleinen nutzte daher unter anderem auch A. Birner, ehrenamtlicher Betreuer für Flüchtlinge aus Parkstein, der mit einer 12-köpfigen Gruppe von Kindern anreiste. Für die exotischen Angebote waren die afrikanischen Schwestern zuständig, die im Kloster Strahlfeld leben aber auch ein Team des Bundes für Naturschutz. Das machte sich auch beim gemeinsamen Mittagessen bemerkbar, das ganz im Zeichen des Thementags stand und ebenfalls von den Schwestern zubereitet wurde: Für alle gab es afrikanischen Maisbrei mit verschiedenen Gemüsesaucen!

Den Abschluss bildete die ökumenische Vesper in der Klosterkapelle.

Die Veranstaltung im September: „Jedes Jahr neue Impulse“

Ein kleines Zeichen des Umweltgedankens am Rande, zeigte bereits die Organisation der Anfahrt nach Strahlfeld: Zahlreiche Besucher bildeten Fahrgemeinschaften, reisten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder sogar mit dem Rad an. Für Inge Eckerpichler aus der Region Landshut wurde die Teilnahme am Schöpfungstour zu einer regelrechten Kurzreise, denn mit dem Rad von ihrer Heimat Reichlkofen bis nach Strahlfeld startete sie bereits am Vortag und nächtigte nach einer Tagesetappe in der Nähe von Roding. Unter den Besuchern finden sich aber auch immer wieder Stammgäste, wie Waltraud Brombierstäudl aus Bad Abbach: „Heute ist der 13. Schöpfungstag und ich glaube, dass ich bereits das 9. oder 10. Mal dabei bin. Es wird einem nie langweilig. Jedes Jahr gibt es ein neues Thema. Man trifft interessierte Menschen, Fachleute und erfährt neue Aspekte, die sich rund um das Thema Umweltschutz und Schöpfung drehen. Es ist einfach immer wieder ein wunderschöner Tag!“

Der Schöpfungstag hat auch einen ökumenischen Charakter, denn am Ende des langen und lohnenden Tages feierten alle Besucher zusammen mit Domkapitular Thomas Pinzer, Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss vom evangelischen Kirchenkreis und Archimandrit Georgios Siomos von der griechisch-orthodoxen Metropolie eine ökumenische Vesper. Auch hier kam wieder das Thema des Tages und der Weltkirche zum Tragen, denn die afrikanischen Schwestern gestalteten die Feier musikalisch.

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