Johann Georg Seidenbusch: Ein Pfarrer auf dem Weg zur Seligsprechung

26.10.2015
Das Grab von Johann Georg Seidenbusch

„Was ist los in Aufhausen?“ Diese Frage konnte sich so manch einer stellen, der am Sonntagabend an der Wallfahrtskirche Maria Schnee des ansonsten ruhigen und beschaulichen Ortes im Landkreis Regensburg vorbeikam. Ein freundlich gestikulierender Priester, der an der Einfahrt zum Kirchenvorplatz Position eingenommen hatte, leitete die einfahrenden Autos zum nahegelegenen Festplatz. Hier mussten die Gäste suchen, um noch eine freie Parklücke zu ergattern, denn die Wiese war bereits gut gefüllt. Gläubige, nicht nur aus den umliegenden Gemeinden, sondern aus der gesamten Diözese Regensburg und auch weit darüber hinaus, waren nach Aufhausen gekommen, um einen Gebetstag für Pfarrer Johann Georg Seidenbusch zu feiern.

Domvikar Georg Schwager vom Referat Selig- und Heiligsprechung, Weihbischof Reinhard Pappenberger und Pater Wienfried Wermter vom Oratorium Aufhausen

Auf dem Weg zur Seligsprechung

Ein Gebetstag für die Eröffnung des Seligsprechungsprozesses von Johann Georg Seidenbusch. Das heißt: Der Seligsprechungsprozess ist noch nicht eröffnet, aber die Gläubigen beten bereits jetzt für das Gelingen des Verfahrens zur Seligsprechung. Der gesamte Tag stand im Zeichen des Geistlichen und der Verehrung Gottes: Rosenkranzgebet, Beichtgelegenheiten, die Feier einer Vesper und sogar die Aufführung eines kleinen Theaterstücks, das Stationen im Leben des Geistlichen vorstellte, konnte von den zahlreichen Gläubigen, die Seidenbusch verehren, wahrgenommen werden. Höhepunkt war dann am Abend ein Pontifikalamt mit Weihbischof Reinhard Pappenberger in der Wallfahrtskirche und eine anschließende Lichterprozession quer durch den Ort, die den Abschluss des Gebetstages an der Mariensäule vor dem Gotteshaus fand.

Weihbischof Reinhard Pappenberger predigte zu den Gläubigen

Gott ist nicht nur für Weihnachten auf die Welt gekommen

Den Priester Johann Georg Seidenbsuch in den Blick zu nehmen, ja ihm etwas zuzutrauen für die Ewigkeit, sei nie falsch gewesen, erklärte Weihbischof Reinhard Pappenberger sodann in seiner Predigt: Als Seidenbusch vor rund 350 Jahren zum Priester geweiht wurde, als junger Priester nach Aufhausen kam und dies über 63 Jahre geblieben sei, da war die Erwartung der Menschen auch damals, etwas von ihrem Seelsorger zu bekommen. Und sie sind nicht enttäuscht worden.

Auch wenn er noch nicht selig gesprochen ist, könne er uns schon heute am Sonntag der Weltmission hilfreich sein, erklärte der Weihbischof. Das diesjährige Leitmotto laute „Verkünde sein Heil von Tag zu Tag“. Menschen seien in der Lage, das tatsächlich zu tun: Gottes Ruhm verkünden. Und das nicht nur alle heiligen Zeiten, sondern Tag für Tag. Dieses Motto spreche drängend in unsere Zeit hinein und findet eine starke Unterstützung in der Lebensgeschichte und das Zeugnis des Priesters Seidenbusch: „Wer heute seinen Glauben zeigt, nicht nur an Weihnachten und Ostern, sondern alltäglich, wer heutzutage so seinen Glauben lebt, wird auf Kopfschütteln, Skepsis und Vorurteile stoßen. Noch immer gilt das alte Klischee, als wären die Frommen, die man leicht als frömmelnd abtut, die Gefährlichsten im Land. Die Grundlage der Kirche zu allen Zeiten ist aber: Verkündet sein Heil Tag für Tag.“, so der Weihbischof.

Die Lichterprozession endete mit Gebet und Schlusssegen an der Mariensäule

Gott sei nicht nur für Weihnachten auf die Welt gekommen, sondern weil er sich im Weihnachtsgeschehen der Welt für immer zugewandt habe. Seit der Menschwerdung des ewigen Wortes, komme die Welt nicht mehr ohne Gott aus. Weil Gott sie nicht mehr loslässt. Er hat sich mit den Menschen auf immer verbunden. In allen Zeiten haben sich Menschen von Gott losgesagt, doch Gott hat immer wieder versucht die Herzen der Menschen zu erreichen und für sich zu gewinnen. Würde Gott von den Menschen loslassen, wäre das fatal.

 

Auch der Mensch Johann Georg Seidenbusch habe sich von dem, was er im Glauben erkannt hat packen lassen und ist im priesterlichen Dienst Hirte, Pastor für andere, für die, die ihm anvertraut waren, gewesen. Und er habe im Dienst immer wieder selber Stärke und Rückmeldung erfahren. Seine Lieder und Gebete sprechen davon. Seidenbusch war ein Mensch, der anderen mitteilen konnte, was wir da glauben dürfen. Und dem es gelungen sei, die Herzen anzurühren: „Will man jemanden ansprechen, so muss man überzeugt sein von dem, was man sagt. Will man andere mitreißen, muss man selber begeistert sein. Ein Schauspieler beeindruckt, ein Zeuge überzeugt!“ so Weihbischof Reinhard Pappenberger mit Blick auf den Menschen und Priester Seidenbusch.

Im Hochaltar wurde das Marienbild von Seidenbusch eingesetzt.

Johann Georg Seidenbusch (1641 bis 1729)

Johann Georg Seidenbusch empfing 1666 in seiner Heimatstadt München das heilige Sakrament der Priesterweihe. Sein Lebenswerk war die Gründung und Begleitung des Oratorium in Aufhausen nahe Regensburg sowie den Aufbau der dortigen Wallfahrt. 

Erfahren Sie mehr über Johann Georg Seidenbusch.