Katholikentag in Münster: Bischof Voderholzer würdigt den seligen Karl Leisner und Josefa Mack als Vorbild für Gläubige

14.05.2018
Diskutierten angeregt:Bischof Dr. Rudolf Voderholzer und Erzbischof em. Dr. Werner Thissen.

Der Internationale Karl-Leisner-Kreis e.V. (IKLK) veranstaltete am 11. Mai 2018 auf dem Katholikentag in Münster eine Podiumsdiskussion unter dem Titel: "Versöhnung im Krieg unter Feinden - Die geheime Priesterweihe von Karl Leisner im KZ Dachau 1944".

Teilnehmer waren neben Bischof Rudolf Voderholzer der em. Erzbischof von Hamburg, Werner Thissen, der wie Leisner im niederrheinischen Kleve geboren ist. Als weitere Gäste beteiligten sich Pfarrer i.R. Hans-Karl Seeger vom IKLK und der Bonner Historiker Dr. Christoph Kösters (Kommission für Zeitgeschichte, Bonn), um das Leben und die Spiritualität Leisners zu würdigen.

Bischof Voderholzer berichtete, dass er seit langem von diesem glaubensstarken Geistlichen tief beeindruckt ist. Sein besonderes Schicksal  - die Priesterweihe im KZ -  sei zudem weltweit einzigartig und zugleich ein Zeugnis christlicher Völkerverständigung; der ebenfalls in Dachau inhaftierte französische Bischof Gabriel Piguet hatte die Weihe am 17. Dezember 1944 vorgenommen.

Die einzige hl. Messe Leisners bis zu seinem Tod am 12. August 1945 war seine Primizfeier im Priesterblock des KZs. Bischof Voderholzer erwähnte, jeder Priester möge die hl. Messe so würdig feiern, als wäre es - wie bei Leisner - seine erste und seine letzte.

Zudem erinnerte der Regensburger Oberhirte an die besondere Bedeutung der jungen "Botin" Josefa Mack, ohne die Leisners Priesterweihe nicht möglich gewesen wäre, da sie nötige liturgische Gegenstände, die sie von Kardinal Faulhaber erhielt, unter Todesgefahr ins KZ Dachau einschmuggelte. Die spätere Ordensfrau (ab ihrem Ordenseintritt hieß sie "Maria Imma") sei ebenso mutig wie bescheiden gewesen, sagte der Bischof, der sie persönlich kannte; sie habe erst im höheren Alter von ihren heroischen Taten berichtet und die Autobiographie "Warum ich Azaleen liebe" veröffentlicht.

Zudem erinnerte Bischof Rudolf daran, dass Selig- und Heiligsprechungen letztlich durch das gläubige Volk angeregt werden, denn der zuständige Bischof müsse sich vergewissern, dass im Kirchenvolk eine "hinreichende Verehrung" für eine vorbildliche Persönlichkeit vorhanden ist, bevor er den diözesanen Seligsprechungsprozess eröffnen könne. 

Am Nachmittag besuchte Bischof Rudolf auch den Stand seiner Diözese auf der "Kirchenmeile" ...
... und ließ es sich nicht nehmen, Infomaterial an die Besucher zu verteilen.

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