Orgelweihe: Eine neue „Königin der Instrumente“ für Bodenkirchen

10.10.2016

"Die Orgelweihe ist für mich heute das schönste Geburtstagsgeschenk" sagte Bischof Dr. Rudolf  Voderholzer am Sonntagmorgen in der Pfarrei Sankt Johannes der Täufer in  Bodenkirchen. Der Regensburger Diözesanbischof durfte seinen Geburtstag in der südlichsten Pfarrei im Bistum Regensburg, in Bodenkirchen im niederbayerischen Landkreis Landshut feiern. Und es wurde ein großartiges Fest anlässlich der Fertigstellung und Benediktion der neuen Jann-Orgel in der Pfarrkirche. Kleine und große Pfarrangehörige waren schon am frühen Morgen auf den Beinen und ließen sich von der Musikgesellschaft Aich im langen Kirchenzug mit vielen Vereinen, Ehrengästen, Ministranten, Pfarrer Clemens Voss und Bischof Rudolf zum Gotteshaus begleiten.

 

 

Jesus ist die richtige Adresse für Dank!

Vor dem feierlichen Gloria zogen Bischof Rudolf mit Pfarrer Clemens Voss und dem liturgischen Dienst sowie Vertretern der Gemeinde und Kirche die Empore hoch, um die Benediktion der neuen Orgel vorzunehmen. Anschließend erklang die neue Orgel das erste Mal im Gottesdienst - und die Königin der Instrumente klang genauso wie erhofft: kraftvoll und rund!

In seiner Predigt nahm Bischof Rudolf Bezug auf das Sonntagsevangelium, in dem Jesus wieder einmal einen Samariter - in den Augen der Juden ein Fremder, ein Feind, ein Heide, ein Ketzer, ein Anderer - als Vorbild hinstellte. Zehn Aussätzige wurden durch Jesus geheilt, aber nur einer, der Samariter, kam zurück und dankte. "Jesus ist die richtige Adresse für Dank" betonte der Bischof und meinte, dass dieser dankbare und umkehrende und in Jesus sein Heil findende Samariter eine der bewegensten Gleichniserzählungen im Neuen Testament sei. Damit schlug er die Brücke zum festlichen Tag der Orgelweihe in Bodenkirchen und erinnerte die Gläubigen, dass sie als Getaufte den Namen Christi tragen dürfen und das Christsein zuallererst "Christus loben und preisen, auf ihn schauen und sich von ihm heilen, richten lassen" bedeutet. Beim Besuch der Sonntagsgottesdienste oder bei Werken der Barmherzigkeit im Alltag könne jeder seine Talente und Kunstfertigkeiten einsetzen, um Gott zu loben und zu preisen.

Ein starkes Plädoyer hielt der Bischof für die Orgel als Instrument, den Kirchenraum zu füllen und in ihrer Vielstimmigkeit Festlichkeit zu verbreiten. Die Vielfalt und Buntheit an lauten und leisen Klängen sei unübertroffen und bei der "Königin der Instrumente" erklinge ein ganzes Orchester. "Aber eine Orgel muss auch gespielt werden" betonte Bischof Rudolf und warb bei den Kindern und Jugendlichen, das Orgelspielen zu erlernen, denn es sei eine wunderbare Beschäftigung um bei Gottesdiensten die Herzen der Menschen mit Musik für die Botschaft Jesus zu öffnen.

 

1335 klingende Orgelpfeifen

Im Anschluss an den Gottesdienst sprach Kirchenpflegerin Elisabeth Hennrich: Seit vielen Jahren sei über die Neuanschaffung einer Orgel nachgedacht worden und bereits bei der Kirchenrenovierung 2009 mit der baulichen Maßnahme der Empore ein "Grundstein" für Gestaltungsmöglichkeiten geschaffen worden. Im März 2015 bekam die Orgelbaufirma Jann aus Allkofen den Zuschlag und die Zeit der intensiven Planungen begann. Ab Ende Juli 2016 begann der Aufbau der Orgel in der Kirche und nach und nach wurden alle Pfeifen intoniert. Hervorragend sei die Pfarrei durch die Diözese Regensburg von Kirchenmusikdirektor Thomas Löffelmann in der ganzen Zeit begleitet und beraten worden. "Das Vertrauen in die Fachleute hat sich gelohnt" betonte die Kirchenpflegerin. Die Pfarrei besitze nun eine Orgel mit 21 Registern, 1335 klingenden und 24 stummen Pfeifen für 370.000,-- Euro. 45 % der Gesamtkosten übernimmt die Diözese Regensburg.