Priesterrat wählt neuen Sekretär – Dekan Thomas Vogl aus Waldsassen folgt auf Domkapitular Johann Ammer

12.10.2017
Domkapitular Johann Ammer, Bischof Dr. Rudolf Voderholzer und Dekan Thomas Vogl, neuer Sekretär des Priesterrats.

Der Priesterrat der Diözese Regensburg hat in seiner Sitzung am vergangenen Dienstag Dekan Thomas Vogl zum Sekretär gewählt. Der Pfarrer von Waldsassen folgt in dieser Funktion Johann Ammer nach, der kürzlich ins Amt als Domkapitular eingeführt worden war. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer dankte dem bisherigen Sekretär für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und sprach seine Unterstützung auch dem neuen Sekretär zu.

Zu den Tagesordnungspunkten des Priesterrats gehörte die Regensburger Sonntagsbibel, die die Texte der Heiligen Schrift mit Kunstwerken aus dem gesamten Bistum Regensburg illustriert. Bischof Rudolf Voderholzer brachte ein Exemplar der Sonntagsbibel mit und lud die Mitglieder des Gremiums ein, das Lesen der Bibel in den Gemeinden wieder mehr in den Blick zu rücken. Außerdem solle die Sonntagsbibel als Anregung dienen, über die Kunstschätze des Bistums in den Regionen ins Gespräch zu kommen, zu einer guten Vorbereitung auf die Schriftlesungen des Sonntags zu motivieren und die Sonntagsbibel durchaus als mögliches Geschenk für Familien, Brautpaare, Taufeltern und Mitarbeiter in Erwägung zu ziehen. Bischof Rudolf wird allen Kommunionhelfern und Lektoren eine Sonntagsbibel als Zeichen der Wertschätzung und Anregung zur inneren Vorbereitung des Sonntags schenken.

Im Priesterrat wurde überlegt, welche neuen Wege zu gehen sind, um die traditionelle Wolfgangswoche zu stärken. Der Diözesanpatron, der heilige Wolfgang, sollte intensiver in den Blick gerückt werden. Auch sollte das Gebet um geistliche Berufe, Priesterberufe und pastorale Berufe intensiver bedacht werden. Gerade in den Regionen könnten noch Elemente zur Intensivierung des Bewusstseins für eine gemeinsame Glaubenswoche angeboten werden. Die Strahlkraft der Glaubenswoche in das Bistum hinein wäre besonders wünschenswert. Die Begegnungen sollen erhalten bleiben und intensiviert werden.

Ein weiterer großer Punkt war der Ausbau der Unterstützungssysteme für die Kirchenstiftungen und die Entlastung der Pfarrer und der Kirchenstiftungen durch zentrale und dezentrale Systeme. Abteilungsleiter Herr Matthias Walter, der in der Stiftungsaufsicht im Bischöflichen Ordinariat tätig ist, stellte dazu Überlegungen und konzeptionelle Linien vor. Diese wurden vom Priesterrat eindeutig als sehr positiv aufgenommen. Es ist grundsätzlich nötig und vom Priesterrat her eindeutig gewünscht, dass es noch mehr Entlastung und Unterstützung im Bereich der Verwaltung und Finanzen gibt.

Die Leiterin der Fachstelle Weltkirche im Bischöflichen Ordinariat, Ruth Aigner, stellte die Arbeit der Fachstelle vor und gab einen Einblick in die Belange der Weltkirche. Die Zusammenarbeit mit den Pfarreien und Dekanaten erschien demnach als auf eine gute Basis gestellt. In diesem Punkt können jederzeit Hilfen und Unterstützung in den Pfarreien angeboten werden, so dass Weltkirche präsenter werden kann. Ein wichtiger Punkt ist der Kontakt zu den Missionaren und Missionarinnen des Bistums. Die Gäste aus der Weltkirche tragen zu einem regen Austausch und einer Fülle von Begegnungen bei.

 

„Der Orts des Austauschs über unsere konkreten Erfahrungen“ – Sprecher Dekan Thomas Vogl über den Priesterrat

Im Interview spricht Dekan Vogl, Pfarrer von Waldsassen und neuer Sekretär des Priesterrats, über die Aufgaben des Gremiums und Themen, die mittelfristig auf den Priesterrat zukommen und ihn auch schon beschäftigen.

 

Sehr geehrter Herr Dekan Vogl, welche Bedeutung hat der Priesterrat?

Der Priesterrat ist zunächst einmal ein Gremium innerhalb der Struktur der Diözese, der die Priester gegenüber dem Bischof repräsentiert. Es ist ein Beratungsgremium, um den Bischof, der ja der Vorsitzende ist, in der Leitungsfunktion zu unterstützen. Im Priesterrat kommen Anregungen aus der Praxis und es ist wichtig, dass diese Anregungen aus der Praxis der Seelsorge hier auch wirklich kommuniziert werden können, auch diskutiert werden können. Im Raum stehen Fragen: Was ist relevant und aktuell? Besonders: Wo müssen wir weiter planen? Es ist der Austausch über die konkreten Erfahrungen, die an Ort und Stelle gemacht werden. Mir ist ein weiterer Aspekt wichtig: Es stimmt, dass hier das Presbyterium repräsentiert wird. Es fließen dadurch auch viele weitere Anliegen mit ein; unsere Erfahrungen als Seelsorger in den Pfarreien machen wir nicht ohne die Diakone und die pastoralen Mitarbeiter. Als Priester, als Pfarrer, als Dekan stehe ich nie alleine, das ist doch die Erfahrung so vieler von uns. Sondern ich befinde mich mitten in der Breite all derer, die mitarbeiten und Verantwortung tragen. Diese Erfahrungen kommuniziere ich natürlich auch weiter.

 

Welche Bedeutung kommt dem Sprecher zu?

Auch hier sollte ich den Fokus zunächst einmal auf die funktionale Aussage lenken. Ich bin neu gewählt und habe diesbezüglich noch keine eigenen Erfahrungen. Es gilt, die Priesterratssitzungen, die zweimal im Jahr stattfinden, gut vorzubereiten. Dafür gibt es den Geschäftsführenden Ausschuss. Der Bischof wirkt mit seinen Anliegen und Themen zunächst prägend. Dies wird dann im Austausch mit den Themen aus dem Priesterrat abgewogen. Konkret hat der Sprecher die Aufgabe, dann die Tagung zu leiten und die Sitzungen zu moderieren. Das heißt dann natürlich auch, auf eine gute Gesprächsatmosphäre zu achten, den Rahmen schaffen, in dem die Themen offen und konstruktiv angesprochen werden können.

 

Was sind die Themen der kommenden Jahre?

Bei allem gilt, dass wir für die Seelsorge vor Ort aufmerksam bleiben müssen. Die Bildung der Pfarreiengemeinschaften ist ein sensibler Punkt. Das Miteinander der pastoralen Dienste und Gruppen weist eine große Vielschichtigkeit auf, und doch müssen wir das gemeinsame Anliegen der Verkündigung im Blick behalten. Wir haben die Liturgie und die Verkündigung zu betrachten. Wir sollten auch nicht die Scheu haben, uns die Qualität unserer Gottesdienste anzusehen und Antworten zu finden auf die Frage, was wir tun können, um den berechtigten Ansprüchen der Gläubigen gerecht zu werden. Gesellschaftlich relevante Themen, bei denen die Stimme der Kirche gefragt ist, sind wichtig. Das geht vom Lebensschutz über das Sterben in Würde bis zur Bestattungskultur. Wo wollen wir da in der Diözese Regensburg Stellung beziehen, damit Kirche präsent bleibt und nicht nur reagiert, sondern Initiative ergreift und nach vorne geht. Konkret wird uns die anstehende Jugendsynode in Rom sicher auch beschäftigen.

 

Und die entlastenden Angebote seitens des Bistums für die Pfarrer?

Während unserer letzten Zusammenkunft hat Herr Walter von der Stiftungsaufsicht das komplexe Projekt vorgestellt. Die Problematik ist erkannt, auch der Handlungsbedarf. Verwaltungsvorgänge müssen klarer, sicherer und einfacher werden. Der Freiraum für die Seelsorge ist notwendig, um wirklich bei den Menschen sein zu können. Ich bin froh, dass Bischof Voderholzer dies bewusst und entschieden unterstützt und dass auch sehr konkret in diese Richtung viel unternommen wird.

 

Sie sind Pfarrer von Waldsassen.

Ja, und es ergeht eine herzliche Einladung nach Waldsassen. Eine Reise nach Waldsassen lohnt sich. Die Basilika ist durch die Renovierung wirklich toll geworden.

 

Sie kennen Ihren Vorgänger im Amt, Domkapitular Johann Ammer?

Ja, ich kenne ihn sehr gut und lange. Wir sind zusammen in die Schule gegangen. Ich habe Respekt vor dem, was er geschaffen hat. Ich kann ihn vertrauensvoll um Rat fragen. Das gilt auch für unseren Bischof Rudolf Voderholzer.