Prof. Wolfgang Frühwald hält Eröffnungsvortrag des Akademischen Forums Albertus Magnus

22.01.2015

Zum Thema "Albertus Magnus und seine Schüler im 14. Jahrhundert (Meister Eckhart, Tauler und Seuse)" hat der Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Wolfgang Frühwald am Mittwochabend beim Eröffnungsvortrag des Akademischen Forums Albertus Magnus im Diözesanzentrum Obermünster gesprochen. Im Beisein von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer wurden der heilige Albert, als der Namenspatron des Forums, sowie dessen Schüler beleuchtet. Diakon Prof. Dr. Sigmund Bonk, Direktor des Forums, zeigte sich über das große Publikumsinteresse sehr erfreut.

Das im vergangenen Jahr durch den Diözesanbischof ins Leben gerufene Forum bietet exzellenten Referenten eine Plattform für Vorträge und Diskussionen in der Schnittmenge von Kirche, Wissenschaft und Gesellschaft. Dabei überwiegt im ersten Halbjahr die Philosophie, in den folgenden werden Schwerpunkte auf theologische Fragestellungen, wie beispielsweise Vorträge zur Thematik des II. Vatikanischen Konzils, sowie auf gesellschaftswissenschaftliche Themen gelegt. Bischof Voderholzer betonte den großen Mehrwert des Forums, in dem sowohl aktuelle wie auch zeitlose Fragen des christlichen Glaubens und seine Relevanz für das öffentliche Leben verhandelt, erschlossen und diskutiert werden.

Im Rahmen des Eröffnungsvortrags wurde der Blickwinkel auf drei spirituelle Theologen, Philosophen und Hauptvertreter der 'Deutschen Mystik' gelegt - Meister Eckhart, Tauler und Seuse -, die im Gemeinen nicht in eine enge Beziehung zu Albert dem Großen gestellt werden, ist man doch meist gewohnt den Hl. Albertus Magnus mit der Scholastik und der Einheit von Naturforschung und Magie, kaum aber mit der Mystik in Verbindung zu bringen. Dabei birgt das Werk Alberts eine entscheidende Quelle zu allen drei Geistesströmungen in sich. Gerade durch die derzeit wieder wachsende Popularität der Mystik warf der Vortrag ein Licht auf die Aktualität des Forumspatrons.

Prof. Frühwald hob "Augenmaß, Nüchternheit, Wissensfülle und pastorales Engagement" als charakteristische Züge des Albertus hervor. Neben der Verankerung der Seelsorge in der Wissenschaft, wurde die Verbindung von Philosophie, Theologie und der Seelsorge, damit also die Brücke zwischen Wissenschaft und Predigt, von Albert vorgeprägt und bestimmte Leben und Wirken seiner Schüler. Als Kern seiner Lehre führte ihn aber die Liebe, die ihn für seine Zeitgenossen zu einem Wegweiser in ihren Nöten machte.


Wie rational ist es eigentlich, an einen persönlichen Gott zu glauben? - Der nächste Vortrag wird im Februar die Verhältnisbestimmung von Glaube und Wissen aufgreifen. Prof. Dr. Franz von Kutschera spricht zum Thema "Die Wissenschaftliche Weltsicht und der Glaube an einen personalen Gott".

Donnerstag, 19.02.2015, 19.30 Uhr
im Kaisersaal, Hotel "Goldenes Kreuz", Haidplatz 7, 93047 Regensburg

Sie sind herzlich eingeladen!

Weitere Informationen zum Forum sowie das Halbjahresprogramm finden Sie auf der Homepage www.albertus-magnus-forum.de



(Bild Startseite: Kunstsammlungen des Bistums Regensburg/Gerald Richter)