Provinztag der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem in Regensburg - „Die Kirche geht nicht unter, sie wird durch die Gegenwart Gottes bestimmt“

28.09.2009

(pdr) Die bayerische Provinz des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem hat am vergangenen Samstag ihren Provinztag in Regensburg abgehalten. Ziel des Ordens ist es, die Christen im Heiligen Land zu unterstützen. Bei einem Pontifikalamt in der Basilika Unsere Liebe Frau zur Alten Kapelle machte Bischof Gerhard Ludwig Müller den Grabesrittern aus ganz Bayern Mut, die Unterstützung der Christen im Heiligen Land mit der gleichen Großzügigkeit wie bisher fortzuführen. Das Heilige Land nannte der Bischof den „Mittelpunkt des geschichtlichen Heilsgeschehens“.

Im vergangenen Jahr war Bischof Gerhard Ludwig Mitglied des päpstlichen Ordens geworden. Vor wenigen Tagen fuhr er mit einer Delegation der Deutschen Bischofskonferenz ins Heilige Land, um die Kontakte zu den Pfarrgemeinden zu vertiefen. Angesichts der großen Not nach dem Gazakrieg rief er die Grabesritter in Regensburg dazu auf, den christlichen Einsatz zu verdoppeln und zu verdreifachen. „Dann kann auch in unserem Land ein neuer Frühling werden.“ Der Oberhirte warnte vor den zerstörerischen Kräften des Säkularismus, des Materialismus und des Nihilismus. Viele große Reiche seien entstanden und vergangen. „So ist es aber nicht mit der Kirche Christi, sie wird durch die Gegenwart Gottes bestimmt.“ Der Glaube sei kein Mythos in geschichtlicher Verkleidung, sondern beruhe auf geschichtlichen Tatsachen. Die Kirche sei keine beliebige Weltanschauungsgemeinschaft, die sich irgendwelche Ideen aus dem Altertum zusammenkonstruiert, so Bischof Gerhard Ludwig: „Die Kirche ist der Leib Christi.“

Jörg Althammer, Professor für Wirtschafts- und Unternehmensethik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, sprach über soziale Gerechtigkeit in der Wirtschaftskrise. Er betonte die Schärfe der Kritik Leos XIII. am Kapitalismus, die der marxistischen Kritik in nichts nachstehe, allerdings ohne deren nachweislich falsche Gesellschaftsanalyse zu übernehmen. Bis heute fordere die Katholische Soziallehre die Kapitalbeteiligung der Arbeitnehmer.

Provinzpräsident Bernhard Mauser hob die tief verwurzelte geistliche Tradition des Bistums Regensburg hervor. Auch der Ritterorden kann auf eine lange Tradition zurückblicken, er verdankt seinen Ursprung dem seit 1335 belegten Brauch der Pilger, am Heiligen Grab in Jerusalem den Ritterschlag zu empfangen. Der Orden unterstützt im Heiligen Land den Bau und den Unterhalt von Kirchen, Schulen, Kindergärten, Jugendheimen, Waisenhäusern, Behindertenheimen und Krankenstationen. Die Hilfe kommt allen Notleidenden zugute, unabhängig von Konfession, Hautfarbe oder Nationalität. Aus Deutschland fließen jährlich rund 1,3 Millionen Euro dorthin.

Weltweit gehören rund 27.000 Mitglieder dem Orden an. In Deutschland gibt es sechs Provinzen und 37 Komtureien, zu denen 1300 Ritter, Damen und Geistliche gehören. Bereits seit 1888 sind Frauen gleichberechtigte Mitglieder. Die Komturei im Bistum Regensburg, eine von acht bayerischen, trägt den Namen des Diözesanpatrons, des heiligen Wolfgang. (ven)

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