Requiem für Prälat Walter Siegert

19.01.2012

Die Alte Kapelle war gedrängt voll, als Bischof Gerhard Ludwig Müller das Requiem für den verstorbenen früheren Landes-Caritasdirektor und Stiftskanonikus „Zu unserer Lieben Frau“ Prälat Walter Siegert (geb. 7.2. 1926, Priesterweihe 29.6. 1954, gest. 14.1.2012) zelebrierte. Die Coralschola und der Männerchor ehemaliger Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Josef Kohlhäufl gestalteten das Requiem musikalisch. Zahlreiche Vertreter der Bundes-, Landes- und Diözesan-Caritas wie auch viele Geistliche, Ordensleute, Vertreter von geistlichen Einrichtungen, Wohlfahrtsverbänden der Politik, Wirtschaft und Kultur waren beim Requiem anwesend, um dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen.

In seiner Predigt hob der Regensburger Bischof die „Vorbildfunktion“ des langjährigen Landes-Caritasvorsitzenden hervor. Er habe Prälat Siegert als tatkräftigen Mann erlebt, der tief im Glauben verwurzelt gewesen sei. An Menschen wie Prälat Siegert könnten sich die Zeitgenossen Orientierung holen, denn er habe ein beispielhaftes Leben im Glauben gelebt und sei „von der Würde des Priestertums durchdrungen“ gewesen. Siegert habe sein Leben dem Dienst am Menschen gewidmet und stets Sorge für deren leibliches, seelisches und geistiges Wohl getragen. Das Engagement am Nächsten sei „etwas, das aus der Gottesliebe herauskommt, aus der Liebe, die Gott zu uns Menschen hat“. Der Gläubige müsse sich bewusst sein, dass all das, was er seinem Nächsten Gutes tue oder nicht, er Christus tue oder verweigere. Danach müssten die Gläubigen ihr Leben ausrichten. „In jedem einzelnen Menschen, der vor uns steht, begegnet uns Christus selber“, sagte der Regensburger Oberhirte. Prälat Siegert habe sich ganz besonders um die Schwangerenberatung angenommen, auch habe er stets Sorge für die Kinder, die alten Menschen und für die Kranken getragen. Dies sei ein ganz besonderer Einsatz im Sinne der christlichen Caritas gewesen.

Nach dem Requiem wurden noch zahlreiche Nachrufe für Prälat Siegert gesprochen. Der Landes-Caritasdirektor Bernhard Piendl dankte dem Verstorbenen für sein unermüdliches Wirken im Caritas-Verband. Er bezeichnete ihn als „kraftvolle Persönlichkeit, als Mensch, als Priester und als Mann der Caritas“. Er sei eine prägende Gestalt der Caritas gewesen, mit dem ihn auch eine tiefe Freundschaft verbunden habe. Die Caritas der Diözese Regensburg habe Siegert wesentlich aufgebaut und geprägt. Unter seiner Führung entstanden zahlreiche soziale Einrichtungen für Kinder, Familien, Senioren und Kranke. Auch als Landes-Caritasdirektor habe er den Verband mit großem Einsatz geleitet. Siegerts Weihebruder Prälat Hubert Wilschowitz dankte dem verstorbenen Mitbruder für seine Treue zum Weihekurs 1954. „Wir danken dir für 57 Jahre im Dienste des Herrn und für viele Kurstreffen, die du mitgestaltet hast.“

Dr. Rainer Tichy vom Malteserbund entbot dem Verstorbenen, der Diözesanseelsorger der Malteser war, den Dank des Malteserbundes. Siegert sei ein streitbarer Gottesmann gewesen, tatkräftig und mit genauen Vorstellungen, wie etwas sein sollte. „Er war für uns väterlicher Gönner, Motor und Zielgeber. Ohne ihn wären die Malteser in der Diözese nicht das, was sie jetzt sind.“ Landesvorsitzende Dr. Elisabeth Mader zollte dem Verstorbenen Dank für seine stete Unterstützung des Verband InVia Katholische Mädchensozialarbeit . „Sie waren uns in all den Jahren ein treuer Freund“, sagte sie. Eine Vertreterin der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) erklärte, dass Prälat Siegert als Landeskurat stets für die Pfadfinderschaft da gewesen sei. „Prälat Siegert war für die DPSG stets wegweisend tätig. Wir sind dankbar, dass er immer mit uns unterwegs war“, sagte die Pfadfinderin. Dr. Christian Blomeier vom Rotary Club Porta Praetoria erklärte, dass Siegert 1975 Gründungsmitglied des Clubs gewesen sei. Er sei dem Sozialen ganz besonders verbunden gewesen. „Seine Lebenserfahrung ließ ihn ein großes Herz haben für alle, die im Leben gestrauchelt waren. Er genoss hohes Ansehen und war eine Autorität in unserem Club.“ Stiftsdekan Hubert Schöner bezeichnete den verstorbenen Walter Siegert als Patriarch des Stiftskapitels, der sich besonders durch seine Bescheidenheit auszeichnete. Mit Klugheit und Lebenserfahrung habe er dem Stift stets gedient. „Er war Liturgiker mit Leib und Seele. Auch als ihn die Füße nicht mehr tragen konnten, stand er täglich am Altar.“ Sein Rat sei immer gefragt gewesen und die Mitbrüderlichkeit habe er stets gepflegt. „Walter Siegert wird uns fehlen“, schloss Schöner. Prälat Walter Siegert wurde am Unteren Katholischen Friedhof in Regensburg beigesetzt.

Predigt des Bischofs im Wortlaut