Schottenkirche: Regensburger beten mit Flüchtlingen für den Frieden

22.01.2016

Sandi (18) und ihre Cousine Hanadi (17) leben seit rund eineinhalb Jahren in Regensburg. Sie stammen aus Damaskus in Syrien. Der Krieg in ihrer Heimat hat sie zu Flüchtlingen gemacht und nach Deutschland geführt. Sie sind Christen. Heute beten sie mit zahlreichen Menschen aus ihrer Heimat und Gläubigen aus Regensburg in der Schottenkirche St. Jakob für den Frieden. Das Priesterseminar St. Wolfgang hat zum Taizégebet eingeladen.

 

Unter dem Leitwort „Migranten und Flüchtlinge sind eine Herausforderung. Antwort gibt das Evangelium der Barmherzigkeit.“ hat Papst Franziskus zum Welttag des Migranten und Flüchtlings im Jahr der Barmherzigkeit 2016 aufgerufen. Zu Beginn des Taizégebets erklärt der Spiritual des Priesterseminars, Matthias Effhauser, das Anliegen des Heiligen Vaters: „Für Flüchtlinge und Migranten zu beten ist gut, mit ihnen zusammen zu beten ist besser! Deshalb werden an diesem Abend Gebete und Texte in deutscher und arabischer Sprache zu hören sein.“

Sandi und Hanadi aus Damaskus

Die Kirche kann nicht anders, als dem Beispiel Jesu zu folgen

Die gesamte Schottenkirche ist nur durch Kerzen beleuchtet, an einigen Säulen haben die Seminaristen dezent Strahler postiert, die das Kirchenschiff in ein warmes und meditatives Licht tauchen. Zwischen den für Taizé charakteristischen, sich immer wiederholenden Gesängen folgen Stille, Gebete und Botschaften von Papst Franziskus zum erklärten Welttag. Zunächst in Deutsch, dann in Arabisch: „Einen Flüchtling aufnehmen, bedeutet Gott aufnehmen. Die biblische Botschaft ermutigt, einen Fremden aufzunehmen, denn in jedem von ihnen kann ich Jesus Christus erkennen. Die Kirche kann nicht anders, als dem Beispiel Jesu zu folgen.“

Der Krieg hat sie vertrieben

Im Anschluss treffen sich noch alle im Priesterseminar. Regens Martin Priller hat zu einer kleinen Brotzeit eingeladen. Es wird laut im Refektorium und auf die nachdenkliche Stimmung in der Kirche folgt ein fröhlicher Austausch zwischen den „neuen“ und den „alten“ Regensburgern. Mit Händen und Füßen unterhalten sich die Gäste, es wird viel gelacht, neue deutsche Wörter werden gelernt. Auch Hanadi ist noch mitgekommen und erzählt von ihrem alten und neuen Leben: Der Krieg hat sie aus der Heimat vertrieben. Ihre Freundinnen und viele Verwandte sind zurückgeblieben. Oft skypen sie miteinander, wenn die Internetleitung in Damaskus stabil ist. Klar, Regensburg ist schön. Deutschland ist toll. Aber es ist nicht ihre Heimat. Hier hat sich schon Mädchen aus der Niedermünsterrealschule kennengelernt. Die sind alle sehr nett. „Früher, noch vor dem Krieg, zuhause, da habe ich oft gedacht es geht mir nicht gut, ich bin nicht glücklich. Erst jetzt weiß ich, wie glücklich ich damals eigentlich war“, erzählt sie. In der Schottenkirche trug sie die Fürbitte vor: „Wir beten für unsere Schwestern und Brüder, die keine Möglichkeit haben ihr Land zu verlassen, …“.

Hier finden Sie eine Bildergalerie zu dem Abend.

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