Bernhard von Clairvaux – Patron der Barkeeper und Predigten wie Honig

19.08.2019

Es gibt hunderte, ja tausende von Menschen, die die katholische Kirche als Heilige verehrt. Sie sind Vorbilder für ein gelingendes christliches Leben. Viele dieser Heiligen werden auch zu Patronen für ganze Völker und Länder, aber auch für Berufsgruppen. Am 20. August etwa feiert die katholische Kirche den Patron der Barkeeper. Ein sehr moderner, wohl noch nicht lange verstorbener Heiliger, möchte man meinen. Weit gefehlt. Der Patron der Barkeeper ist Bernhard von Clairvaux. Er wurde etwa im Jahr 1090 geboren.

Was qualifiziert ihn zum Patronat der Barkeeper? Ein gewisser Hang zum Alkohol vielleicht, möchte man meinen. Doch auch hier weit gefehlt. Bernhard führte ein heiliges Leben. Er wollte in der Abgeschiedenheit des Mönchtums leben. Gemeinsam mit 29 Freunden trat er in das Zisterzienserkloster Citeaux im Burgund ein. Bernhard scheint schon in jungen Jahren eine unglaubliche Begeisterungsgabe gehabt zu haben. Er wirkte Zeit seines Lebens anziehend auf andere und konnte wie kein anderer für das Leben im Kloster begeistern.

 

Durchhaltevermögen

Im neu gegründeten Zisterzienserorden wurde Bernhard bald zur wichtigen Figur. Man erkannte seine Talente. Nur zwei Jahre nach seinem Klostereintritt wurde er selbst mit einer Hand voll Mönchen fortgeschickt. Sie sollten ein neues Kloster gründen. Sie mussten Wald roden, Sümpfe trockenlegen und das Kloster errichten. Mehrmals scheinen die Strapazen für die kleine Gemeinschaft beinahe zu groß geworden zu sein – doch Bernhard konnte nicht nur begeistern, sondern auch zum Durchhalten motivieren. Das Kloster konnte errichtet werden, Bernhard wurde der erste Abt.

343 Neugründungen

Immer mehr Menschen kamen nach Clairvaux, um sich den Zisterziensern anzuschließen. Das war dem heiligen Bernhard zu verdanken. Er begeisterte junge Menschen. Sie kamen in solchen Strömen, dass immer neue Klöster gegründet werden mussten. Als Bernhard starb, hatte er 343 neue Klöster errichtet. Diese Kraft entstammte seiner Christusbeziehung. Bernhard war ein mystischer Mensch. Das machte ihn standfest und unerschrocken. Als mit Eugen III. einer seiner Mönche aus Clairvaux zum Papst gewählt wurde, fackelte der Heilige nicht lange und verfasste eine Denkschrift über die Aufgaben eines Papstes. Der Ton dürfte – zumal in der damaligen Zeit – mit Fug und Recht als anmaßend, vielleicht sogar frech bezeichnet werden.

 

Predigten wie Honig

Aber die Menschen hingen an den Lippen Bernhards. Er war ein so begnadeter Prediger, dass ihn seine Zeitgenossen den „honigfließenden Lehrer“ nannten: Wie Honig waren seine Worte. Die Predigtreihe über das Hohelied der Liebe war so beliebt und so hervorragend, dass sie sich über mehrere Jahre hinweg erstreckte, ohne die Zuhörer Bernhards dabei zu langweilen. Bisweilen jedoch konnte der Prediger auch über das Ziel hinausschießen. Er war ein entscheidender Motor für die Kreuzzüge nach Jerusalem.

Besonders bewundernswert war wohl die Geduld Bernhards. Er war seinen Mönchen stets ein treuer Begleiter. Vielleicht ist es das, was ihn zum Patron der Barkeeper qualifiziert. Die müssen schließlich auch geduldig sein, einen langen Atem haben, wenn der Abend immer länger und die Gäste langsam etwas betrunken werden.

 

Der Gedenktag des heiligen Bernhard von Clairvaux ist der 20. August.

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