Den Tag heiligen – das Stundengebet

20.03.2020
©fotolia.com-Halfpoint

Während der Corona-Krise finden in ganz Deutschland keine öffentlichen Gottesdienste und Veranstaltungen mehr statt. Jetzt sind Möglichkeiten gefragt, wie der Glauben alleine oder im Kreis der Familie gelebt werden kann.

Die Schatzkiste der kirchlichen Tradition ist da reich gefüllt! Schon früh in der Geschichte der Kirche etablierte sich das Stundengebet:

 

Was ist das Stundengebet?

Die alte Kirche knüpfte an Traditionen des Volkes Israel an: „Siebenmal am Tag singe ich dein Lob“ heißt es in der Heiligen Schrift (Ps 119,164). Daraus entwickelte sich die Vorstellung, den ganzen Tag durch das Gebet zu heiligen. Zu den unterschiedlichen Tageszeiten wird überall in der Kirche Gott gelobt. Ordensgemeinschaften feiern das Stundengebet zusammen, Priester und Diakone verpflichten sich auf dieses Gebet – aber auch für alle Christinnen und Christen ist das Stundengebet eine wunderbare Möglichkeit, den Tag zu strukturieren und sich mit der Kirche und mit Gott zu verbinden. Man kann es alleine und gemeinsam beten, still oder laut, einfach oder feierlich. Und man weiß immer: Woanders in der Welt wird genau dasselbe Gebet gesprochen. Die einzelnen Gebetszeiten bestehen aus Hymnen, Psalmen mit ihren Antiphonen – einer Art Kehrvers –, Lesungen aus der Bibel und Gesängen aus dem Alten und Neuen Testament.

 

Der Tagesablauf

Das Stundengebet beginnt am Morgen mit den „Laudes“, dem morgendlichen Lobgebet. Vor den Laudes kann man das sogenannte „Invitatorium“ beten. Es besteht jeden Tag aus dem gleichen Psalm, der eine Art Eröffnungsgebet für den kommenden Tag darstellt. Am Abend – am besten nachdem die Arbeit getan wurde, also grob zwischen 17 und 19 Uhr – folgt dann die „Vesper“, das große Abendgebet der Kirche. Vor dem Zubettgehen schließt die „Komplet“ den Tag ab und bittet um eine gute Nacht und einst eine gute Sterbestunde. Über den Tag verteilt können die sogenannten „kleinen Horen“ gebetet werden. Früher wurden diese dreimal am Tag gebetet: Um die dritte Stunde (Terz), also gegen 9 Uhr; um die sechste Stunde (Sext), gegen 12 Uhr, und schließlich um die neunte Stunde (Non), etwa gegen 15 Uhr. Üblicherweise wird heute eine dieser drei Gebetszeiten gehalten. Und schließlich gibt es noch die sogenannte „Lesehore“, die neben Psalmen aus einer längeren Lesung aus der Heiligen Schrift und aus spirituellen Texten der Kirchenväter besteht. Diese Gebetszeit kann den ganzen Tag über gehalten werden. Der Tag ist also mithilfe dieser Gebetszeiten so strukturiert:

Am Morgen / nach dem Aufstehen: Die Laudes

Am Vormittag, Mittag oder Nachmittag: Eine der drei kleinen Horen (Terz, Sext, Non)

Am Abend: Die Vesper

Vor dem Schlafen: Die Komplet

Irgendwann am Tag: Die Lesehore

 

Angebote für Einsteiger

Die Magnificat-Zeitschrift bietet eine abgewandelte und komprimierte Form des Stundengebets. Sie eignet sich deshalb besonders gut für den Einstieg. Die Zeitschrift kann hier bezogen werden.

Ein ähnliches Angebot bietet die Abtei Maria Laach mit dem „Te Deum“. Die Texte sind online zu finden,  sie können aber auch als monatliches Heft bestellt werden.

 

Stundengebet online

Das Stundengebet kann online abgerufen werden. Eine entsprechende App kann sowohl für Smartphones als auch für Tabletts in den gängigen App-Stores kostenfrei heruntergeladen werden. Zudem gibt es das ganze Stundengebet auch im Internet.

 

Druckausgaben

Das Stundengebet gibt es auch als Buch. Die große Buchausgabe besteht aus drei Bänden. Die kleine Ausgabe besteht aus vier Bänden; hier fehlen die Lesehore und die kleinen Horen. Gerade diese kleine Ausgabe eignet sich für Einsteiger oder Familien, die das Stundengebet gemeinsam beten möchten.

Die drei Ausgaben des großen Stundenbuches:

Band für die Advents- Weihnachtszeit – kann hier bestellt werden

Band für die Fasten- und Osterzeit – kann hier bestellt werden 

Band für die Zeit im Jahreskreis – kann hier bestellt werden

Die vier Ausgaben des kleinen Stundenbuches:

Band für die Advents- Weihnachtszeit – kann hier bestellt werden

Band für die Fasten- und Osterzeit – kann hier bestellt werden

Band für die Zeit im Jahreskreis – kann hier bestellt werden

Band für die Gedenktage der Heiligen kann hier bestellt werden

Auch im Gotteslob sind ein paar exemplarische Horen des Stundengebets abgedruckt. Unter Nummer 623 findet sich eine Laudes für die Fastenzeit, unter Nummer 624 für die Osterzeit. Ab Nummer 637 findet sich eine Vesper für die österliche Bußzeit, ab Nummer 641 für die Osterzeit.

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