"Der Mensch ist das Ebenbild Gottes – Weiß er es noch?" Bischofsvikar Msgr. Christoph Casetti sprach im St. Wolfgangsaal in Regensburg

12.04.2016

Die Aktionsgemeinschaft katholischer Laien und Priester im Bistum Regensburg hatte vor kurzem in den Pfarrsaal St. Wolfgang in Regensburg zu einem Vortragsnachmittag eingeladen. In dessen Mittelpunkt stand der Schweizer Theologe und Philosoph Msgr. Christoph Casetti, Bischofsvikar in Chur, der seit 1982 im Ordinariat in Chur pastorale Fragen bearbeitet. Schwerpunkte seines Wirkens sind die Weitergabe des Glaubens in Ehe und Familie, die geistliche Begleitung von Geschiedenen und der Befreiungsdienst. "Der Mensch ist das Ebenbild Gottes – Weiß er es noch?" lautete der Titel seines Vortrages, der bei den Besuchern auf großes Interesse stieß. Seine Ausführungen gliederte er in vier Punkte:

 

·      "Der Mensch ist das Ebenbild Gottes"

Gott ist die Liebe - der Mensch ist Gott ebenbildlich und deshalb zur Liebe berufen. In der Liebe der Eheleute zueinander zeigt sich die Liebe Gottes zu den Menschen. Es ist nicht unbedeutsam, dass Gottes Sohn in einer Familie Mensch wurde. In der "Theologie des Leibes" vom hl. Papst Johannes Paul II. (1920-2005) wird diese Ebenbildlichkeit reflektiert, Sexualität und Heiligkeit gehören zusammen. Unser Glaube ist nicht leibfeindlich sondern leibfreundlich.

 

·      "Der Mensch weiß nicht mehr, dass er das Ebenbild Gottes ist"

 Bei Umfragen zu Ehe und Familie in der Lehre der Kirche wissen die Menschen oft noch was ge- oder verboten ist, wissen aber nichtmehr, warum das so ist. Die Genderideologie, so Msgr. Christoph Casetti, sei ein Angriff auf die Ebenbildlichkeit des Menschen mit Gott, der ihn als Mann und Frau geschaffen hatte. Bischof Dr. Vitus Huonder von Chur habe die erste Stellungnahme im deutschen Sprachraum zur Genderideologie gegeben und dabei festgehalten, das die Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern nicht durch die Aufhebung der Unterschiede behoben werden könne.

 

·      "Warum weiß der Mensch nicht mehr, dass er das Ebenbild Gottes ist?"

Viele Ideologien leugneten Gott als den Schöpfer, damit die Ebenbildlichkeit und die Würde des Menschen schwinde. Gott gerate ins Vergessen, weil der Mensch glaube, alles machen zu können. Viele Vorgehensweisen, wie z.B. die vaterlose Mutterschaft, dienten nicht dem Wohl des Kindes sondern nur der Selbstverwirklichung. Der schrankenlose Individualismus zerstöre die Familie. Wenn Konsum und Spaß im Vordergrund ständen, dann seien Kinder nur im Wege. Auch die erschreckend große Zahl an Abtreibungen sei ein Ergebnis dieser Grundhaltung.

 

·      "Der Mensch ist gefährdet, was rettet ihn?"

Die Lösung des Problems, so Msgr. Christoph Casetti, sei der dreifache Schritt der BEKEHRUNG, der Hinwendung zum Glauben der Kirche, der HEILUNG, durch eine therapeutische Seelsorge, und die BEFREIUNG, die Abwendung vom Bösen, ein Instrument der Seelsorge seit den Zeiten der Urkirche. Daraus ergebe sich auch ein dreifaches Gebetsanliegen, bei dem die Erzengel gute Fürsprecher seien: Gabriel der Verkünder bei der BEKEHRUNG, Raphael - der den Blinden sehend machte - bei der HEILUNG und Michael - der Kämpfer gegen den Satan - bei der BEFREIUNG.

 

Stichwort: Aktionsgemeinschaft katholischer Laien und Priester

Die Aktionsgemeinschaft katholischer Laien und Priester in der Diözese Regensburg ist eine von 15 Niederlassungen auf Bistumsebene in Deutschland. Ihre Zielsetzung formulieren die 15 Initiativkreise oder Aktionsgemeinschaften selbst wie folgt: "Die Initiativkreise katholischer Laien und Priester bemühen sich in vielfältiger Weise um die Verbreitung und Verteidigung der Lehre der katholischen Kirche nach den Weisungen der Päpste und der mit ihnen verbundenen Bischöfe (vgl. Lumen Gentium 25). Sie wollen den christlichen Werten in der Gesellschaft wieder Gehör verschaffen und zu einer positiven Gestaltung der Zukunft beitragen". Im Jahre 1989 wurde der erste in Augsburg gegründet. Bundesweite Hauptveranstaltung ist zum einen der Kongress "Freude am Glauben", der vom 22. bis 24. April 2016 in Aschaffenburg zum 16. Mal stattfinden wird und unter dem Generalthema "Was gibt den Menschen Hoffnung für die Zukunft?" steht. Auch in Regensburg gab es bereits zwei Kongresse (2004 und 2005). In Augsburg findet vom 14. bis 17. September 2016 auch die 24. Theologische Sommerakademie statt, die sich das Thema "Der katholische Glaube - Kraftquelle für den Alltag" gegeben hat. Die Initiativkreise und Aktionsgemeinschaften sind eng mit dem "Forum Deutscher Katholischen" verbunden, das 2000 gegründet wurde und "papst- und kirchentreue Katholiken unterschiedlicher Spiritualität und geistlicher Ausrichtung in katholischer Weite zu einem lockeren Verband zusammenführen" will.

 

Wer an den Veranstaltungen der Aktionsgemeinschaft in der Diözese Regensburg interessiert ist, wende sich an: Marianne Müller, Friedrich-Ebert-Straße 13 b, 93051 Regensburg,

Telefon 0941/94660477, marianne.mueller@forum-deutscher-katholiken.de.

 

 

 

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