Meister der Miniatur verstorben – Augenoptiker vermaß Wendelin Sperls Krippe im Traubenkern fürs Guinessbuch der Rekorde

20.04.2020
Foto: Monika Uhl

Vor wenigen Tagen ist der bekannte Krippenkünstler und Holzschnitzer Wendelin Sperl im Alter von 85 Jahren verstorben. Er war 1935 im Sudetenland geboren. Eine Leidenschaft von Sperl war das Schnitzen von Krippen, nicht zuletzt in Miniaturen. „So kam der große Mann mit der kleinsten Krippe der Welt, sie ist in einem Traubenkern dargestellt, auch in das Guinessbuch der Rekorde“, berichtete kürzlich www.onetz.de in einem Nachruf. Die Miniaturenschnitzerei hatte Wendelin Sperl in der Zeit seiner Ausbildung in Oberammergau bei Herrn Koch, dem späteren Lehrer der Schnitzschule, erlernt. Sperl arbeitete Krippen in Walnuss-, Haselnuss-, Apfel- und Weintraubenkernen. Daran erinnerte der Verstorbene in einem seiner letzten Interviews. Ohne sein Wissen stellten seine Töchter den Kontakt zu den Verantwortlichen des Guinessbuchs der Rekorde her – ein Optiker musste dann die winzige Krippe vermessen.

Allerdings blieb Sperls Wirken nicht auf Miniaturen beschränkt. Auch mit seinen Werken in allein 23 Oberpfälzer Kirchen machte er sich, der zuletzt in Hirschau wohnte, zu Lebzeiten einen Namen. Fast 25 Jahre hat er in Luhe in einem unscheinbaren, kleinen Häuschen gelebt und gewirkt. „Sehr oft stand das Auto auf der Straße, weil die Garage aus Platzgründen als Werkstatt herhalten musste“, berichtete www.onetz.de weiter. „Eine der letzten großen Arbeiten war eine mannshohe Kreuzigungsgruppe aus Lindenholz, die in der zweckentfremdeten Unterkunft entstand.“

Für die Regensburger Altötting-Pilger schnitzte W. Sperl 2006 das päpstliche Wappen, das als Pilgerabzeichen diente. Pilgerführer Bernhard Meiler und Pilgerpfarrer Hannes Lorenz überreichten die in Luhe geschnitzte Originalvorlage in einer Schatulle in Rom Papst Benedikt.

 

Mehr Infos rund um die Welt der Krippen finden Sie auf jahreskrippen.de

 

 

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