„Synodaler Weg muss gemeinsames Hören auf das Evangelium sein“ - Bischof Rudolf Voderholzer eröffnet die Adventszeit

30.11.2019
Zu Beginn der Pontifikalvesper entzündete Bischof Rudolf die erste Kerze am Adventskranz.

Zehn Minuten lang läuteten die Glocken des Regensburger Doms St. Peter am Samstagnachmittag, um den Beginn des neuen Kirchenjahres zu verkünden. In der Kathedrale feierte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer mit dem Domkapitel und den Gläubigen die Pontifikalvesper zur Eröffnung der Adventszeit 2019. Gleichzeitig wurde Prof. Dr. Josef Kreiml als neuer Domkapitular in sein Amt eingeführt. Am Ende der Feier wurde auch die Kerze für den Synodalen Weg entzündet, der mit dem Beginn der Adventszeit seine Arbeit aufnimmt.

Prof. Josef Kreiml legte gegenüber Bischof Rudolf Voderholzer den Treueeid ab.


Amtseinführung des neuen Domkapitulars

Nach dem feierlichen Einzug, begleitet durch den Gesang "Macht hoch die Tür", entzündete Bischof Voderholzer die erste Kerze am Adventskranz, nachdem er diesen gesegnet hatte. Anschließend gab Dompropst Dr. Franz Frühmorgen die Ernennung des neuen Domkapitulars bekannt, der vor dem Bischof sein Glaubensbekenntnis und den Treueeid ableistete. Bischof Rudolf übergab sodann an Prof. Josef Kreiml die traditionelle Mozetta (violetter Schulterkragen), das Kapitelkreuz, das Birett (Kopfbedeckung) und das Brevier (Stundenbuch). Darauf hin nahm der neue Domkapitular seinen Platz im Chorgestühl ein.

Bischof Rudolf: "Das Wesen der Kirche ist Evangelisierung!"

 

Synodaler Weg muss ein geistlicher Prozess sein

Zur Eröffnung der Adventszeit erklärte Bischof Rudolf in seiner Predigt, dass in der Kirche in Deutschland noch hinzukomme, dass mit dem ersten Adventssonntag auch der sogenannte Synodale Weg begonnen werde. In einem zweijährigen Gesprächsprozess zwischen den Bischöfen und ausgewählten Vertretern der Weltchristen sollen die Ursachen der Situation der Kirche in Deutschland bedacht und Lösungswege beraten werden. Die Situation habe Papst Franziskus in einem Brief an die Gläubigen präzise beschrieben. Als Wegweisung lege uns, so Bischof Voderholzer, der Heilige Vater darin an Herz, dass die Evangelisierung, die Neuevangelisierung das Leitkriterium aller Beratungen schlechthin sein müsse. In einer Privataudienz bei Papst Franziskus Ende August 2019 wurde Bischof Dr. Rudolf Voderholzer noch einmal mit eindringlichen Worten mitgeteilt: Das Wesen der Kirche ist Evangelisierung. Der Synodale Weg müsse ein geistlicher Prozess sein, ein gemeinsames Hören auf das Evangelium. Auf keinen Fall, so erklärte der Heilige Vater, dürften wir den synodalen Weg mit einem politischen oder soziologischen Prozess verwechseln. Deswegen, so der Bischof, war er sehr betrübt, dass es nicht gelungen sei, bei der Formulierung des Statutes des Synodalen Weges, dieses Hauptanliegen des Heiligen Vaters in Form eines eigenen Forums "Neuevangelisierung" zu berücksichtigen. Bischof Rudolf Voderholzer hatte zusammen mit dem Kölner Rainer Maria Kardinal Woelki ein entsprechendes Papier beim Entwurf der Statuten versucht einzubringen.

Die Kerze, die den Synodalen Weg symbolisiert, wurde entzündet.


Kirchenämter sind keine austauschbaren Funktionen

"Umso froher bin ich nun, dass ich mit Prof. Dr. Kreiml den besten Ansprechpartner in der Diözese Regensburg für den Synodalen Weg gewinnen konnte, den ich mir vorstellen kann", so Bischof Voderholzer. Von bestimmten Seiten werde im Hinblick auf den Synodalen Weg auch behauptet, es gebe kein theologisches Argument für die exklusive Zuordnung des Weiheamtes an das männliche Geschlecht. So könne nur jemand reden, hob Bischof Rudolf hervor, wer sich von der bislang in der Kirche geltenden Erkenntnislehre und Glaubensbegründung verabschiedet habe. Und zur Berufung auf die Praxis Jesu und die Tradition komme der Hinweis auf die sakramentale Struktur der Kirche, deren Ämter eben nicht austauschbare Funktionen seien, sondern Darstellung, Repräsentation Christi als des Hauptes seiner Kirche im bräutlichen Gegenüber der Kirche, so Bischof Rudolf Voderholzer in seiner Predigt.

Lesen Sie die Predigt des Bischofs in voller Länge nach.

Friedensgruß: Bischof Rudolf umarmt den neuen Domkapitular, bevor diesen seinen Platz im Chorgestühl einnimmt.


Josef Kreiml - neuer Domkapitular und Ansprechpartner für Synodalen Weg

Prof. Kreiml wurde 1958 in Wolkering (Landkreis Regensburg) geboren und 1990 in Regensburg zum Priester geweiht. Er war anschließend als Kaplan in Dingolfing / St. Josef und Benefiziat in Kürn tätig, bevor er 1997 zum Habilitationsstudium freigestellt wurde. Seit 2003 wirkt er als Professor für Fundamentaltheologie und Ökumenische Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Diözese St. Pölten (Österreich), seitdem viele Jahre auch als Rektor der Hochschule. Prof. Dr. Josef Kreiml wird zum 1. Dezember 2019 offiziell Ansprechpartner der Diözese Regensburg für den Synodalen Weg und wirkt damit als Bindeglied zwischen der Diözese und dem Sekretariat des Synodalen Weges. Professor Kreiml bleibt auch in seinen neuen Aufgaben weiter Vorsitzender des Institutum Marianum der Diözese Regensburg.

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