„Vergelt’s Gott für die Sorge um Ihre Orgel“ – Bischof Dr. Rudolf Voderholzer segnet die Orgel der Dreifaltigkeitskirche Kappl

28.07.2020

Insgesamt 666 Orgelpfeifen mussten montiert und gestimmt werden. Die Orgel der Dreifaltigkeitskirche Kappl ist in den vergangenen eineinhalb Jahren von Grund auf saniert worden. Am vergangenen Sonntag hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer sie im Rahmen eines Pontifikalamts gesegnet. Organistin Christine Sommer brachte sie daraufhin zum ersten Mal wieder zum Erklingen.

 

Endlich ist es soweit

„Wir freuen uns, dass jetzt bald wieder unsere Orgel gespielt wird“, sagte „Kappl-Pfarrer“ Pater Friedhelm Czinczoll OSFS bei der Begrüßung zu Beginn des Gottesdienstes. Die Vorfreude war ihm anzusehen. Besonders freute er sich darüber, dass Bischof Dr. Rudolf Voderholzer an diesem Tag in die Wallfahrtskirche gekommen war, um den Segen Gottes auf die Orgel herabzurufen. Das ist ein Zeichen der Verbundenheit. Bischof Rudolf dankte in besonderer Weise all jenen, die zum Gelingen der Renovierung beigetragen hatten. „Ich weiß, dass der Kapplverein viele Opfer gebracht hat.“ Er dankte auch Boris Mettler, der die Orgel restauriert hatte, und der Organistin Christine Sommer.

 

Corona verzögerte Arbeiten an der Orgel

Die Kappl-Orgel wurde 1734 von Orgelbauern aus dem böhmischen Ellbogen (heute Loket) bei Karlsbad gebaut. Das Team um Boris Mettler, das die Orgel bei der Restaurierung wieder in den ursprünglichen Zustand des 18. Jahrhunderts versetzt hat, kommt aus Tschechien, aus Bilsko. Es liegt etwas weiter im Osten. Sie sind auf historische Orgeln des bayerisch-böhmischen Raums spezialisiert. Als die Grenze wegen Corona geschlossen wurde, verzögerte dies auch die Arbeiten an der Orgel. Wegen der Pandemie musste der Termin für die Segnung sogar dreimal verschoben werden.

 

Die Grundstimmung ist die Freude

Deshalb war die Freude am vergangenen Sonntag umso größer. So steht auch die Predigt Bischof Rudolfs ganz im Zeichen der Freude. Im Gleichnis vom Schatz im Acker und der kostbaren Perle deute Jesus den Jüngern ihre eigene Lebenssituation. „Jesus gefunden zu haben, in ihm den Anbruch des Reiches Gottes miterleben zu dürfen, ist das größte und wunderbarste Geschenk, das man überhaupt erfahren kann.“ Da es nichts Größeres und Wunderbareres gebe, als durch Christus in die Gemeinschaft des dreifaltigen Gottes aufgenommen zu sein und von ihm her zu leben, sei die Grundstimmung dabei die Freude. Diese Freude wolle sich Ausdruck verschaffen: „In der Kunst, in der Musik, im Singen und nicht zuletzt im Orgelspiel.“

 

 

Je mehr junge Leute Orgel spielen, desto besser

„Alles spricht von der göttlichen Dreifaltigkeit“, beschreibt Bischof Rudolf die Kappl-Kirche. Dies mache sie zu einem fast einzigartigen Kunstwerk. Die Orgel sei Teil dieses Gesamtkunstwerks, „mit dem wir den dreifaltigen Gott loben und preisen“. Zu einer Orgel wie dieser gehöre auch ein Organist, sodass er sich freue, dass es hier mit Frau Sommer eine gute Organistin gebe. Darum liegt es Bischof Rudolf besonders am Herzen, junge Menschen für die Kirchenmusik zu begeistern: „Je mehr junge Leute die Orgel spielen können, umso besser.“ Jede Chorprobe und jede Übungsstunde sei fast wie eine Religionsstunde, weil man sich ganz intensiv mit all seinen geistigen und musikalischen Fähigkeiten in den Dienst des Lobpreises stelle.

 

 

Glücklich, stolz und froh

Bischof Rudolf ist überzeugt, mit ihrem Engagement hätten Gemeinde und Kapplverein gezeigt, „wir sind glücklich, stolz und froh, dass wir diese Kirche haben“. Darum wünsche er sich, dass auch in den nächsten Generationen viele Menschen in die Kappl kommen können und ihnen dabei in der Gemeinschaft des dreifaltigen Gottes das Herz aufgehe. Und natürlich, dass die Orgel über die nächsten Jahrzehnte und Jahrhunderte ihren Wohlklang in dieser Kirche verbreiten möge.

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