Bischof Dr. Rudolf Voderholzer eröffnet 21. Landshuter Krippenweg in der Dominikanerkirche

03.12.2019

Am Freitag Abend wurde in der Dominikanerkirche St. Blasius, Bistum München Freising, der 21. Landshuter Krippenweg mit musikalischer Umrahmung durch die Landshuter Turmbläser eröffnet. Als Festredner sprach Bischof Dr. Rudolf Voderholzer.

„Was versteht man unter Krippe?“ Diese zentrale Frage stellte Dr. Bischof Rudolf Voderholzer in den Mittelpunkt. Krippen gelten als Medium der Verkündigung, der Evangelisierung und Neuevangelisierung in einfacher Sprache. Anschaulich werde die Menschwerdung Gottes durch die Heilige Familie dargestellt. Alle Figuren hätten eine seherische Bedeutung. Das Staunen, die Anbetung und Freude der Hirten ließen die Frohbotschaft erahnen. Die Leichtigkeit der Engelskörper künde, dass sich niemand fürchten müsse. Menschen aus aller Welt, verkörpert durch die heiligen Drei Könige, seien bereit zur Anbetung. Versteckte Hinweise auf den Lebensweg Jesu fänden sich in den Haltungen der Schafe. Christus, das Lamm Gottes, werde sein Leben vor den Toren Jerusalems hingeben.

 

Krippen in kultureller Vielfalt

Krippen seien ein wunderbares und erstaunliches Beispiel der kulturellen Vielfalt. Die weltweite Verbreitung fasziniere. Den szenischen Anordnungen entströme ein hoher Verkündigungswert. Mit allen Sinnen werde das Mysterium wahrgenommen.

Bischof Rudolf sagte, seine persönliche Liebe und Hinwendung zu Krippen verschiedenster Ausführungen gehe in seine Kindheit zurück. Das Krippenschauen in den Münchner Kirchen bewahre er als eine seiner schönsten Kindheitserinnerungen. Er dankte für alle Bemühungen um das Aufstellen und die Liebe zu den zahlreichen Weihnachtskrippen. Die Geburt Jesu bezeuge, wie Gott sich klein macht. Krippen seien ein Appell an alle: „Mach es wie Gott, werde Mensch“.

Stiftspropst Msgr. Dr. Franz Joseph Baur, Leiter der Stadtkirche Landshut, dankte Dr. Rudolf Voderholzer für die Festrede und die Leihgabe einer böhmischen Krippe aus dem 19. Jahrhundert. Als hervorragender Krippenkenner habe der Bischof schon mehrmals privat aus eigenem Interesse die Ausstellung besucht. Der zwei Kilometer lange Weg könne der Aushöhlung des Weihnachtsgeschehens entgegenwirken. Er wünsche, dem Krippenweg eine Chance in der säkularen Welt zu geben. Führungen und hochkarätige Konzerte böten sich an, in das Thema der Heilsdarstellung einzutauchen. „Der Herr geht den Weg mit“, versicherte Stiftspropst Dr. Baur.

 

Krippenweg bis zum 6. Januar 2020

Der 1. Vorsitzende des Verkehrsvereins Landshut Stephan Koller und Oberbürgermeister Alexander Putz werteten die außerordentliche Vielfalt der Krippen aus privaten und öffentlichen Sammlungen als einen wichtigen sozialgeschichtlichen Beitrag. Zahlreiche Leihgaben und viele treue Helfer ermöglichten seit 21 Jahren den Krippenweg. Es sei erfreulich, dass immer wieder neue Standorte dazu kämen.

Ausgangspunkt des Krippenweges in Landshut ist die Dominikanerkirche am Regierungsplatz. Ein gelber Komet weist den Weg zu vierzig Stationen in Kirchen, Museen, Privathäusern und Geschäften bis zum 6. Januar.

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