Diesjähriger Band der „Beiträge zur Geschichte des Bistums Regensburg“ erschienen

04.10.2019
Die Vorstandschaft des Vereins für Regensburger Bistumsgeschichte: Dr. Camilla Weber, Ulrich Kaiser, Dr. Werner Schrüfer und Dr. Josef Ammer (Foto: Tobias Weber).
Vorstand am Tisch, Präsentation mit Beamer

Der Vorstand des Vereins für Regensburger Bistumsgeschichte hat vor kurzem im Beisein von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer die neuesten "Beiträge zur Geschichte des Bistums Regensburg" präsentiert. Die Aufsätze im aktuellen Band sind inhaltlich breit gefächert, wobei einen Schwerpunkt die geistliche Schulaufsicht in Bayern und speziell im Bistum Regensburg bildet. Josef Ammer, Heinz-Jürgen Ipfling und Johann Kirchinger beleuchten das Thema aus drei unterschiedlichen Perspektiven: rechtsgeschichtlich, schulgeschichtlich und lokalgeschichtlich. Die Beiträge sind anlässlich des Symposiums "Das Ende der geistlichen Schulaufsicht in Bayern - Historische Perspektiven und aktuelle Herausforderungen" entstanden, das die Hauptabteilung Schule/Hochschule des Bischöflichen Ordinariats Regensburg, der Lehrstuhl für Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts der Theologischen Fakultät der Universität Regensburg und der Verein für Regensburger Bistumsgeschichte im Januar 2019 veranstaltet haben.

Karl Friedrich Kemper beschäftigt sich in seinen beiden Aufsätzen mit Johann Michael Sailer: Im Mittelpunkt des ersten Beitrags steht Sailers "Lese- und Betbuch" aus dem Jahr 1783, in dem der spätere Bischof von Regensburg eine zeitgemäße theozentrische und christozentrische Gebetstheologie formulierte und umsetzte. Der zweite Beitrag beschäftigt sich mit Sailers "Glückseligkeitslehre", für deren ersten Band von 1787 die "Predigten über die Würde des Menschen" des reformierten Theologen Georg Joachim Zollikofer eine wichtige Quelle waren.

Das diesjährige Jubiläum der Fertigstellung der Regensburger Domtürme nahm Werner Schrüfer zum Anlass, den Niederschlag dieses Ereignisses in Presse und Literatur seit 1859 bzw. 1869 zu untersuchen. Ende Juni 1869, also unmittelbar nach Abschluss der zehn Jahre dauernden Baumaßnahme, waren die Domtürme zwar Tagesgespräch in Stadt und Bistum Regensburg, doch findet sich in der Presse kein lobendes Wort für Bischof Ignatius von Senestrey als Initiator des Projekts. 1919 und 1969 wiederum erfuhr der Jahrestag der Domtürmevollendung kaum Beachtung - ganz anders also als heuer!

Karl Hausberger schließlich setzt sich mit dem Regensburger Hochschulprofessor DDr. Josef Engert (1882-1964) auseinander, vor allem mit dessen Engagement für das NS-Regime. Engert war es in der Nachkriegszeit gelungen, seine Begeisterung für den Nationalsozialismus zu kaschieren. In der Folge erhielt er verschiedene hohe Auszeichnungen, darunter den Bayerischen Verdienstorden. Von 1970 bis 2015 war außerdem eine Straße auf dem Regensburger Universitätsgelände nach ihm benannt. Wie Hausberger stichhaltig belegt, wurden Engert diese Ehrungen völlig zu Unrecht zuteil.

Der Verein für Regensburger Bistumsgeschichte besteht seit 1967. Sein Protektor ist der Bischof von Regensburg. Der Verein engagiert sich für die Erforschung der Geschichte der Diözese. Er tut dies, indem er entsprechende Studien anregt und fördert, für Dokumente und Monumente der Bistumsgeschichte Sorge trägt sowie die in der Erforschung der Bistumsgeschichte tätigen Kräfte vernetzt. Vereinsmitglieder erhalten die seit 1967 jährlich erscheinenden "Beiträge zur Geschichte des Bistums Regensburg" übrigens als Jahresgabe! Mehr zum Verein für Regensburger Bistumsgeschichte: https://www.bistum-regensburg.de/bistum/einrichtungen-a-z/verein-fuer-regensburger-bistumsgeschichte/.

Online Welt wieder einblenden

Onlinewelt öffnen
Onlinewelt schließen