„Gott hat keine Berührungsangst. Er führt uns zur Gemeinschaft zusammen“ – In der Osternacht tauft Bischof Voderholzer drei Erwachsene

03.04.2021
Christus ist aus dem Grab erstanden. Bei der Lichtfeier am Beginn der Liturgie entzündet Bischof Dr. Rudolf Voderholzer die Osterkerze. Sie zeigt, wie Christus, das Licht, die Welt durch seinen Sieg über den Tod erhellt.

In der Osternacht vom vergangenen Samstag auf Sonntag hat Bischof Dr. Voderholzer mit den Gläubigen im Hohen Dom St. Peter in Regensburg die Auferstehung Christi gefeiert. Damit ist nach der Zeit des Fastens sowie nach dem Gründonnerstag und dem Karfreitag sowie der Trauer wegen des Sterbens Christi Ostern gekommen. Zwar nicht wie in den früheren Jahren, aber doch immerhin mit zahlreichen Gläubigen war es möglich, unter Corona-Umständen diesen Gottesdienst am höchsten Fest der Christenheit zu feiern. Mit dem Diözesanbischof am Altar feierten die Weihbischöfe Reinhard Pappenberger und Dr. Josef Graf sowie das Domkapitel. Wie in früheren Jahren wurden auch mehrere Bewerber getauft, die sich im Katechumenat auf diesen ganz wichtigen Tag in ihrem Leben intensiv vorbereitet hatten. Auch erhielten sie die Sakramente der Firmung und der Eucharistie aus der Hand des Bischofs – allerdings unter den besonderen Vorsichtsmaßnahmen. Bischof Voderholzer benutzte in diesem Sinne ein Wattestäbchen, um das Chrisam im Rahmen der Firmung auf die Stirn aufzutragen, sodass es zu keiner Berührung kam. Erneut verdeutlichte Dr. Voderholzer: „Wir wollen den Glauben verbreiten, nicht das Virus.“

Die Osterkerze sagt aus, dass Christus der Anfang und das Ende ist: Alpha und Omega.

Hoffen auf große Gemeinschaft

Die Neugetauften kommen aus den Pfarreien St. Vitus Schnaittenbach, St. Wolfgang Regensburg und St. Pankratius Roding. Bewusst legten die Taufkandidaten somit ihr Zeugnis in aller Öffentlichkeit ab, zumal sehr viele Gläubige mit den Gläubigen im Dom über den Livestream verbunden waren. Das Vokalensemble der Dommusik gestaltete das Pontifikalamt erneut auf höchstem musikalischem Niveau. Auch sagte der Bischof: „Wir wollen nicht klagen, sondern dankbar sein, dass wir die Sakramente feiern dürfen.“ Überhaupt bemerkte der Bischof von Regensburg: „Gott hat keine Berührungsangst. Er führte uns im Heiligen Geist zu einer Gemeinschaft zusammen.“ Das Zusammensein gehöre wesentlich zum Menschsein und gerade auch zum Christsein. Zu hoffen und zu beten ist demnach, dass es bald wieder möglich sein wird, in der großen Gemeinschaft zu feiern, sagte der Regensburger Bischof.

In den bereits ziemlich dunklen Dom trug der Bischof das Licht. Dort wurde die Flamme unter den Gläubigen verteilt. In diesem Jahr erfüllten die zahlreichen entzündeten Kerzen der Gläubigen das Kirchenschiff mit Licht, wenn auch coronabedingt ein wenig verhaltener. Aber: Verbreitet werden soll der Glaube, nicht das Virus, wie der Bischof sagte.

Um mehrere Stunden vorverlegt

Der Gottesdienst hatte mit der Lichtfeier auf der Südseite des Doms begonnen, wo die Osterkerze entzündet worden war. Anschließend wurde sie in den bereits weitgehend dunklen Dom getragen, um das Licht an die Kerzen der Gläubigen weiterzugeben. Um rechtzeitig vor der Ausgangssperre, die in Regensburg gilt, zuhause sein zu können, war der Gottesdienst um mehrere Stunden vorverlegt worden. Dies gab aber nun die Möglichkeit, innerhalb des Doms zu bewundern, wie die Strahlen der untergehenden Sonne durch die Glasfenster hindurch scheinend die dort dargestellten Heilsgeheimnisse und die Heiligen buchstäblich farbig erstrahlen lassen. Die Strahlen schienen durch und machten somit die Heilsgeheimnisse und die Heiligen transparent. Der Bischof hatte die Kandidaten für die Taufe noch beglückwünscht, dass sie sich entschieden haben, sich mit dem Glauben zu befassen. Sie würden immer mehr spüren, dass es in der Kirche nicht um die jeweils „vorletzten“ Dinge geht; wohingegen es durchaus mediale ideologische und irregeleitete Verzerrungen gebe.

Dankbar war die Gemeinschaft der Gläubigen im Dom, dass in diesem Jahr die Sakramente wieder miteinander in Anwesenheit gefeiert werden konnten.

Auch die Osterhasen aus Schokolade

Domorganist Prof. Franz Josef Stoiber spielte sehr bewegend zum Abschluss der Feier die Improvisation „Christ ist erstanden“. Bereits gegen Ende der Messfeier hatte Bischof Voderholzer die zahlreich mitgebrachten Speisen und den Wein für die österlichen Mahle in den Familien gesegnet – darunter auch die Schokoladenosterhasen!

Der Glaube überwindet Abstand, auch wenn dieser angezeigt ist.
Online zu taufen ist unmöglich, digital zu salben ebenso. Umso besser, dass das Wasser der Taufe ausgegossen werden konnte.
Der Bischof ruft den Segen Gottes auf die Taufbewerber herab.
Bischof Voderholzer legt einem Firmling die Hände auf - natürlich mit Abstand.
Und gesalbt wird mit einem Wattestäbchen, anhand dessen der Chrisam aufgetragen wird.
Auch erhalten die Neugetauften erstmals die heilige Kommunion.
Gruppenbild mit den Neugetauften und ihren Paten und der Patin vor dem Silberaltar. Rechts im Bild befindet sich Frau Heidi Braun, die die Taufbewerber auf ihrem Weg in die Kirche begleitet hat.

Online Welt wieder einblenden

Onlinewelt öffnen
Onlinewelt schließen