„Sie alle geben der Kirche ihr schönstes Aussehen“ – Ehrenamtliche feiern mit Weihbischof Pappenberger den Tag der Kranken und Behinderten

13.06.2016
Vier Menschen stellten sich und ihren Bezug zum Ehrenamt vor.

Ehrenamtliche Arbeit ist in vielen Bereichen möglich – und nötig. Um den vielen Menschen zu danken, die sich ehrenamtlich engagieren, hat Papst Franziskus im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit einen Tag angesetzt: Für all jene, die sich um Kranke und Behinderte kümmern. Am Sonntag, den 12. Juni, haben Hunderte Ehrenamtliche im Regensburger Dom diesen Tag der Kranken und Behinderten gefeiert.

Die Einladung zum Pontifikalamt mit Weihbischof Reinhard Pappenberger stieß auf große Resonanz:  sehr viele Ehrenamtliche haben sie angenommen. Schließlich war es „ihr“ Tag, an dem ihnen für ihren Dienst gedankt wurde. Ob im Krankenhaus, in der Seniorenpflege, im Hospiz oder bei Menschen mit Behinderung – überall hier gibt es Einsatzmöglichkeiten für ehrenamtliche Arbeit. Ihren Einsatzbereich stellten vier Personen zu Beginn des Gottesdienstes genauer vor.

Was haben wir mit dem Ehrenamt zu tun? Vier Menschen stellen sich vor

Eva Fuchs etwa, die im Helferkreis eines Seniorenwohnheims arbeitet. „Es ist uns ein Anliegen, den älteren Menschen behilflich zu sein. Wir wollen ihnen die Möglichkeit geben, am gesellschaftlichen Leben und am kirchlichen Leben so lange wie möglich teilnehmen zu können.“

Aber auch die andere Seite war vertreten: Rudolf Pichlmeier stand stellvertretend für die, denen durch ehrenamtlichen Dienst geholfen wird. Als stark sehbehinderter Mensch dankte er allen, die „Assistenzdienste leisten und uns so ermöglichen, unser Leben so selbstbestimmt wie möglich zu gestalten. Für mich sind sie Zeugen der Barmherzigkeit Gottes.“

Brigitte Michalka besucht beispielsweise Kranke in den umliegenden Krankenhäusern ihrer Gemeinde und zu Hause. "Es ist schön zu sehen, wie sich viele von den Besuchten freuen, dass auch jemand von der Pfarrgemeinde an sie denkt. Für mich ist der Besuchsdienst ein sehr wichtiges Werk der Barmherzigkeit, indem ich mich aber oft auch selbst beschenkt fühle."

Auch persönliche Schicksale bringen Menschen zum Ehrenamt: Hospizbegleiterin Barbara Bachmeier kam durch den Unglücksfall ihres Sohnes dazu, Schwerkranken und sterbenden Menschen beizustehen. "Es ist für mich eine sehr erfüllende Aufgabe, miterleben zu dürfen, wieviel Leben auch im Angesicht des Todes noch zu gestalten ist. Ein Werk der Barmherzigkeit? Vielleicht - ja, jedoch ist dieses Werk mit keinerlei Zwang belegt, da die geschenkte Liebe und Zuwendung um ein Vielfaches wieder zurückkommen."

Weihbischof Pappenberger überreicht jedem ein Holzherz.

Die Ehrenamtlichen geben unserem Glauben ein Gesicht

Im Anschluss an ihre Vorstellung reihten sich die Vier in die Prozession zum Einzug ein, jeder eine brennende Kerze in der Hand. Musikalisch begleitet wurden sie vom Nachwuchschor der Regensburger Domspatzen.

Weihbischof Reinhard Pappenberger machte in seiner Predigt deutlich, was die Ehrenamtlichen für die katholische Kirche bedeuten. Eine Zeit und eine Kultur wie unsere, so der Weihbischof, die sich alles bezahlen lässt und immer fragt: "Was bringt mir das?", brauche diesen Sonntag. Und sie brauche die Einladung des Papstes, um auf die zu schauen, die auf Menschen warteten. "Auf Menschen, die einfach da sind und es gut mit ihnen meinen."

Und da kommen die Ehrenamtlichen ins Spiel. Eine Heilige Messe mit ihnen zu feiern, sei etwas Besonderes, so Weihbischof Pappenberger. Denn zu einem solchen Dienst gehöre die große Kraft, über sein eigenes Empfinden hinauszugehen. Diese Menschen hätten diese Kraft, "weil sie sich getragen fühlen von einer Liebe, in der sie selbst aufgehoben sind." Die Anziehungskraft dieser Gegenwart sei auch jetzt im Gottesdienst deutlich spürbar.

Zum Schluss seiner Predigt dankte Weihbischof Reinhard Pappenberger allen mit den Worten: "Sie alle, was immer Sie da umsonst tun, Sie alle geben der Kirche ihr schönstes Aussehen." Unterwegs in den Pfarrgemeinden treffe er auf so viele Menschen, die einfach herzlich zugewandt und menschenfreundlich seien. "Sie geben unserem Glauben ein Gesicht. Und sie sind die beste Visitenkarte unserer Kirche!"

Mal Regen, aber auch viel Sonnenschein beim Fest im Diözesanzentrum.

Seinen Dank zeigte der Weihbischof am Ende der Messe allen noch einmal persönlich: Indem er jedem Einzelnen ein kleines geschliffenes Herz aus Holz überreichte, auf dem schlicht ein Wort steht: „Danke“.

Wer Lust hatte, konnte danach mit ins Diözesanzentrum Obermünster kommen. Hier wartete auf alle ein Fest mit Musik und Essen. Der Liedermacher Hubert Treml sorgte für die musikalische Beschallung. Sogar vom Wetter ließ sich die Truppe nicht einschüchtern. Ein paar kurze Schauer wurden mit Regenschirmen überwunden.


Sie möchten wissen, wie der Tag der Ehrenamtlichen ausgesehen hat? Mehr Bilder davon gibt’s in unserer Fotostrecke.

 

Und falls Sie die Predigt von Weihbischof Pappenberger im Ganzen hören möchten, können Sie das hier ebenfalls tun.

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