Spatenstich: Stadt und Bistum Regensburg bauen gemeinsames Zentraldepot für Museen und Archive

11.09.2019

Die Stadt Regensburg und die Diözese Regensburg errichten in Burgweinting ein neues zentrales Depot- und Magazingebäude für die Museen der Stadt, das Stadtarchiv, die Museen des Bistums Regensburg und für das Bischöfliche Zentralarchiv. Anlässlich des gemeinsamen Bauprojektes fand heute, als Startschuss für die erste Bauphase, der offizielle Spatenstich statt. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer erbat den geistigen Segen für das Großprojekt.

Mit dem heutigen Spatenstich dürfen Stadt und Diözese nach siebenjähriger Planungsphase ein Leuchtturmprojekt in Angriff nehmen, hob Bischof Voderholzer in seinem Grußwort hervor und bezeichnete den zukünftigen Gebäudekomplex als "ein kulturelles Zweifamilienhaus, ein Projekt, das bereits weit über die Grenzen Regensburgs hinaus Beachtung gefunden hat". Tatsächlich besteht das gemeinsame Depot aus zwei eigenständigen Arealen, die in der Mitte zusammengeführt werden und für den Betrachter nach außen hin als ein langgestreckter Bau erscheinen. Beeindruckend sind auch die Ausmaße des Gebäudes mit einer Länge von annährend 200 Metern und einer Tiefe von knapp 40 Metern. Im Jahr 2020 entsteht der Rohbau, 2021 wird der Innenausbau fertiggestellt, 2022 soll der Bezug des fertiggestellten Gebäudes erfolgen. Bauherren sind die Stadt Regensburg und die Diözese Regensburg. Die Baukosten belaufen sich insgesamt auf rund 43 Millionen Euro.

Gemeinsamer Spatenstich: (V.l.n.r.) Architekt Georg Zunner, Lorenz Baibl, Leiter des Stadtarchivs, Dr. Doris Gerstl, Leiterin der städtischen Stadtmuseen, Dieter Daminger, Amt für Wirtschaftsförderung, Kulturreferent Clemens Unger, Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, Regierungspräsident Axel Bartelt, Christine Schimpfermann, Städt. Stadtplanungsamt, Dr. Maria Baumann, Leiterin des Fachbereichs Kunst- und Denkmalpflege im Bistum Regensburg, Dr. Camilla Weber, Archiv- und Bibliotheksdirektorin im Bistum Regensburg und Generalvikar Prälat Michael Fuchs.

 

 

Zentralarchiv ist Ort der Aufbewahrung des kollektiven Gedächtnisses

Das Gemeinschaftsprojekt, so Bischof Dr. Rudolf Voderholzer weiter, zwischen Stadt Regensburg und der Diözese Regensburg, wobei jeder für sich eigenständig bleibe, dokumentiere das gute Miteinander und Verantwortungsbewusstsein aller Mitarbeiter beider Institutionen. Denn dort wo es möglich ist werden Synergieeffekte genutzt zum Wohl und zum Vorteil beider Seiten. "Das Zentralarchiv ist der Ort der Aufbewahrung des kollektiven Gedächtnisses unserer Institutionen und zeigt die für unsere europäische Kultur so kennzeichnende Wertschätzung einer guten Erinnerungskultur. Nur wer sich seiner Spuren bewusst ist uns immer wieder seinen Spuren nachgeht, wird auch einen guten Weg in die Zukunft finden. Dazu bedarf es einer sorgsamen Aufbewahrung und Zugänglichhaltung aller Elemente dieses kollektiven Gedächtnisses!", so der Bischof von Regensburg.

So wird das Depot einmal aussehen: Ein rund 200 Meter langer Bau.

 

Planen mit Luft nach oben

Die Bürgermeisterin der Stadt Regensburg, Gertrud Maltz-Schwarzfischer, erklärte, dass mit dem Bau entlang der Autobahn A3 eines der größten Archiv- und Depotbauobjekte in der deutschen Archiv- und Museumslandschaft geplant sei. Das Projekt, so die Bürgermeisterin, stelle eine große Investition in die Zukunft dar. "Es ist nicht so, dass wir nur die Schätze, die bereits vorhanden sind hier unterbringen, sondern auch Platz schaffen müssen für das, was in der gesamten Oberpfalz ans Tageslicht kommt. Diese Objekte gelangen letztlich auch in das Zentraldepot. Das heiße: Planen mit Luft nach oben", so Maltz-Schwarzfischer. Gleichzeitig schließe das Depot in den Kultureinrichtungen Regensburg eine Lücke: Es wird den Bürgern der Stadt die Möglichkeit eröffnen, sich an einem Ort über die Geschichte der Stadt und der Region und das reiche kulturelle Erbe zu informieren.

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer sprach das Segensgebet.

 

Was kommt in das Zentraldepot?

Den rechten Bauflügel des Depots nutzen die Kunstsammlungen des Bistums Regensburg und das Bischöfliche Zentralarchiv (BZAR) gemeinsam. Das Sammlungszentrum des Diözesanmuseums wird die sakrale Kunstsammlung (Skulpturen, Vasa sacra, Textilien, Graphiken und Gemälde) und kirchliche Innenausstattungen (Chorgestühle, Altarelemente, Kanzeln etc.) bewahren. Das Bischöfliche Zentralarchiv (BZAR) verwahrt Unterlagen des Bischöflichen Ordinariats und des Domkapitels. Daneben befinden sich im BZAR über 200 Pfarrarchive sowie die Überlieferung zahlreicher Diözesanverbände und Nachlässe vieler Bischöfe. Des Weiteren bewahrt das BZAR die Überlieferung etlicher Klöster und Stifte auf.

Die Museen der Stadt nutzen die Depoträume für die archäologischen und kulturgeschichtlichen Sammlungen der Stadt. Dazu gehören Funktionsräume und Büros für die Mitarbeiter, die in wissenschaftlicher Sammlungsleitung und Sammlungsbetreuung, Restaurierung und wissenschaftlicher Inventarisation sowie in der Verwaltung und im Gebäudemanagement tätig sind. Das Stadtarchiv zieht komplett in den Gebäudeteil mit neuen Magazinräumen für die Archivalien und historischen Dokumente sowie die dazugehörigen Funktions- und Büroräume. Auch das Evangelisch-Lutherische Kirchenarchiv und der Historische Verein für Oberpfalz und Regensburg erhalten eigene Büro- und Magazinräume. Das neue Gebäude enthält auch einen Multifunktions-Saal für Vorträge und Seminare und einen öffentlich zugänglichen Lesesaal.

 

 

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