Besonders im Oktober beten wir den Rosenkranz – von Päpsten empfohlen, im lebendigen Rosenkranz gemeinschaftlich verwirklicht

01.10.2020
Pfarrer Michael Alkofer

Der Monat Oktober ist der Rosenkranzmonat. Die Gläubigen sind eingeladen, gerade in diesem Monat dieses meditative und wirkungsreiche marianische und vor allem: auf Jesus Christus bezogene Gebet zu beten, in Gemeinschaft oder für sich innerhalb der großen Glaubensgemeinschaft der Kirche. Historisch geht die Widmung dieses Gebets mit Blick auf den Oktober auf die Seeschlacht von Lepanto zurück, die am 7. Oktober 1571 gegen eine Flotte des Osmanischen Reichs bei Griechenland geschlagen wurde. Den unerwarteten Sieg über die Türken schrieben die Christen dem Rosenkranzgebet zu.

 

Wenn kein Rosenkranz ist, dann geht mir was ab

In Regensburg Schwabelweis wird der Rosenkranz vor den Vorabendgottesdiensten gemeinsam gebetet, wobei Pfarrer Michael Alkofer sehr gerne mitbetet. Als Pfarrer Alkofer vor 8 Jahren in die Pfarrei kam, bat ihn eine Frau, wie sein Vorgänger bereits, den Rosenkranz vorzubeten. Damals dachte er sich, dass er das zumindest einmal versuchen könne. Heute ist er dafür dankbar, denn das gemeinsame Beten lässt ihn innerlich gesammelt und vorbereitet die Heilige Messe feiern. „Wenn die Perlen durch die Hände gleiten, beruhigt das und tut gut“, erklärt Pfarrer Michael Alkofer. Manch einer meine, dass er beim Rosenkranzgebet schnell die Konzentration verliert. Dabei ergehe es ihm zwar gelegentlich nicht anders. Diesem grundlegenden Problem kann Pfarrer Alkofer allerdings etwas abgewinnen: „Beim Rosenkranzbeten kommen mir oft gute Ideen.“ Einen seiner Rosenkränze hatte er bei einer persönlichen Begegnung von Papst Johannes Paul II. überreicht bekommen. Darin erkannte er die deutliche Botschaft, dass sich das Gebet lohne oder, um es etwas anders auszudrücken: dass es nie vergeblich sei – im Gegenteil. Ganz in diesem Sinne, ist sich Pfarrer Alkofer sicher, verschenkt auch Bischof Rudolf Voderholzer des Öfteren Rosenkränze, darunter gerne den „Regensburger Rosenkranz“. Dessen Kreuzesdarstellung ist dem großen Kreuz auf dem Islinger Feld nachempfunden. Dort hatte Papst Benedikt XVI. im September 2006 mit sehr vielen Gläubigen die heilige Messe gefeiert.

Frau Brigitte Gnoth ist Mesnerin in der Pfarrei Schwabelweis.

„Jedes Ave-Maria weist auf Jesus hin“, erklärt Pfarrer Michael Alkofer. Am Ende eines Gegrüßet seist du Maria heißt es nämlich: „Und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus“. Durch den Rosenkranz wolle uns Maria näher zu Jesus führen.

Frau Brigitte Gnoth indes ist eine der Beterinnen und Beter, die zum Rosenkranzgebet in der Pfarrei Schwabelweis zusammenkommen. Schon mit ihrer Großmutter hatte sie den Rosenkranz gebetet. Heute hilft sie als Mesnerin in der Pfarrei. Sie sagt: „Wenn kein Rosenkranz ist, dann geht mir etwas ab.“

 

Günter Jehl und die Aktion des lebendigen Rosenkranzes

Günter Jehl, Oberstudiendirektor an den Dr.-Johanna-Decker-Schulen der Schulstiftung der Diözese Regensburg, verweist auf den Missionsbischof Dr. Hubert Bucher, der ein Mann des Rosenkranzgebets ist: „Insbesondere während der langen Autofahrten in dem großen Missionsgebiet im südlichen Afrika, für das er verantwortlich war, hat er den Rosenkranz gebetet.“ Jehl hat Dr. Huber 2017 kennengelernt, seit diesem Zeitpunkt lebt Bischof Huber wieder in seinem Heimatbistum Regensburg. Oberstudiendirektor Jehl: „Die Erfolge, die er in der Mission hatte, schreibt er in erster Linie dem Gebet zu.“ Bischof Bucher schreibt, der Rosenkranz könne dazu beitragen, unsere Kirchen wiederzubeleben. Die Mutter Gottes ist „eins zu eins unlösbar mit ihrem Sohn Jesus Christus dem Menschen und Gottessohn verbunden“, erklärt Jehl den dogmatischen Zusammenhang.

Oberstudiendirektor Jehl empfiehlt die Aktion des lebendigen Rosenkranzes. Dabei stiftet das Gebet Gemeinschaft, wenn man auch betend nicht am selben Ort zu sein braucht. Der Lebendige Rosenkranz hilft, dieses Gebet sowie überhaupt das Gebet in die Familie und in den Bekanntenkreis hinein zu tragen. Dahinter steht Pauline Marie Jaricot (1799-1862), die Gründerin des Werks der Verbreitung des Glaubens und des lebendigen Rosenkranzes. Auf sie geht die Initiative zurück, jeweils einen Teil des Rosenkranzes zu beten, dies aber in Stellvertretung für andere zu tun, denen schlicht die Zeit dazu fehlt. So entsteht eine große füreinander und für die Welt und viele Menschen betende Gemeinschaft – ein lebendiger Rosenkranz. „Ein Gebetssturm, den unsere Welt nötig hat“, beschreibt dies das katholische Hilfswerk Kirche in Not.

Diakon Walter Karger aus Donaustauf

 

Diakon Walter Karger aus Donaustauf

Er ist ebenfalls in die Aktion des „Lebendigen Rosenkranzes“ eingebunden. Ihm zufolge wird ausgelost, welches Gesätz des Rosenkranzes gebetet wird. Es gibt Gruppen zu 10 Betern, manchmal sind es auch wesentlich größere Gruppen. Eine der größten Gruppen des lebendigen Rosenkranzes im Bistum umfasst rund 80 Beter und Beterinnen. Welches Gesätz gebetet wird, wird per E-Mail und Telefon weitergegeben. „Das schafft Zusammenhalt, und zwar regelmäßig und monatlich“, sagt Diakon Karger, der im Fátima-Weltapostolat sehr engagiert ist. Er erklärt: „Die Muttergottes hilft in vielen Dingen. Auch wenn ich Zusammenkünfte oder Pilgerfahrten organisiere, beginne ich und bekomme dann geschenkt, was ich brauche.“ Vor allem aber hat die Gottesmutter versprochen: „Wenn wir den Rosenkranz täglich beten, dann wird Frieden sein.“ Das sei zwar ein Augenblickseindruck während des Ersten Weltkriegs gewesen, aber „wir haben den Frieden ständig nötig, auch in der Familie. Da hilft uns der Rosenkranz“. Der Diakon weiter: „Das hat uns die Muttergottes klipp und klar versprochen.“ Und: „Im Rosenkranz kommt man in diesen wenigen paar Minuten Gott ein Stückchen näher.“

 

Päpste rufen zum Rosenkranzgebet auf

Domkapitular Dr. Josef Kreiml, Vorsitzender des Institutum Marianum Regensburg, erinnert an maßgebliche päpstliche Schreiben zum Thema des Rosenkranzes. Vom vor 100 Jahren geborenen heiligen Papst Johannes Paul II. (1978-2005) ist die maßgebliche Aussage überliefert: „Der Rosenkranz ist mein Lieblingsgebet. Er ist ein wunderbares Gebet, wunderbar in seiner Schlichtheit und seiner Tiefe.“ Dem Rosenkranzgebet widmete er das Apostolische Schreiben Rosarum Virginis Mariae.

Vorgänger von Papst Johannes Paul II. haben dem Rosenkranzgebet ebenfalls große Bedeutung zugemessen. Papst Leo XIII. veröffentlichte am 1. September 1883 die Enzyklika Supremi apostolatus officio. Leo XIII. (1878-1903) empfahl den Rosenkranz als wirksames geistiges Mittel angesichts allem Unrecht in der Gesellschaft.

Papst Paul VI. (1963-1978) hob die christologische Ausrichtung des Rosenkranzgebetes hervor. Er verfasste dazu das Apostolische Schreiben Marialis cultus.

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