Festakt zum Gründungsjubiläum der Kunstsammlungen des Bistums

24.05.2004

(pbm) 150 Jahre Kunstsammlungen des Bistums – umgeben von Meisterwerken des Barock in der Klosterkirche von Metten und im Festsaal feierten die Benediktinerabtei und die Diözese Regensburg mit über 100 Gästen dieses Jubiläum. Der christlichen Kunst als Schöpfungsmoment, als gestaltende Kraft, die den Menschen über den Reichtum des Verkündigungscharakters hinaus bewegt, widmeten Bischof Gerhard Ludwig, Abt Wolfgang Hagl und Festredner Dr. Joachim M. Plotzek aus Köln herausfordernde Gedanken. „Kunst und Kirche gehören zusammen“, heißt der Wegweiser aus der Vergangenheit in eine Zukunft, die im christlichen Glauben und seine künstlerische Übersetzung würdigend Orientierung anbieten will, darf und kann.

„Alle Künste, ob Dichtung und Musik, Bildhauerei und Malerei, sind sakralen Ursprungs, sind die schönsten Früchte der Gottesverehrung aller Zeiten und aller Völker.“ Wolfgang Hagl, Abt des Benediktinerklosters Metten, eröffnete als Gastgeber den Besuchern die Fülle der Glaubenszeugnisse, die aus der Bindung von Kunst und Christentum durch die Jahrhunderte Kultur formten. „Zeitgenössische Kunst hatte immer eine Heimat in den Klöstern“: Dies zeichnete den Bogen von der Gründung des christlichen Kunstvereins im Jahr 1854 durch Abt und Bischof im Kloster Metten bis zum Jubiläum, zu dem Abt Hagl und Bischof Gerhard Ludwig Müller einen Festgottesdienst in der Abteikirche zelebrierten.

„Die Kirche braucht die Kunst“. Dieser Satz von Papst Johannes Paul II. wurde in Metten in seiner Vielfalt und Fülle ausgeformt. Bischof Gerhard Ludwig unterstrich in seiner Predigt die tiefe Verankerung der Botschaft in der Verkündigung durch künstlerisches Schaffen. Mehr noch sei der gläubige Mensch darin gefordert, gestaltend und aktiv annehmend mitzuwirken an dem Auftrag göttlicher Schöpfung in der Welt, die für Christen in Jesus Christus ihren alles bewegenden Mittelpunkt hat.

„Gerade in unserer Zeit“ sieht Museumsdirektor Dr. Joachim M. Plotzek eine „Chance des gegenseitigen befruchtenden Dialogs von Kirche und Kunst“. Die moderne Bedeutung und Aufgabe kirchlicher Kunstsammlungen machte Plotzek in seinem Festvortrag im Besonderen daran fest, dass das Diözesanmuseum zum Gesprächsort von religiösen und künstlerischen Fragestellungen in Geschichte und Gegenwart wird, der „dem Einzelnen ein Spielraum der Nachdenklichkeit werden kann und der Kirche insgesamt ein Energiefeld der Sinnstiftung von höchster Aktualität“. Diesen fordernden Umgang mit Kunst realisiere die Jubiläumsausstellung des Diözesanmuseums Regensburg „Christus. Das Bild des unsichtbaren Gottes“ – zu sehen noch bis 1. November in der Kirche St. Ulrich am Domplatz.

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