Segnung des neuen Pfarrheims – Bischof Voderholzer auf Pastoralbesuch in Schwarzenfeld

11.03.2019
Zu Beginn der Liturgie erfolgte der große Einzug mit dem gesamten liturgischen Dienst.

Es war ein großer Tag für die 4000-Seelen-Pfarrei Maria Himmelfahrt in Schwarzenfeld. Das neue Pfarr- und Jugendheim erhielt am Ersten Fastensonntag durch Bischof Dr. Rudolf Voderholzer im Rahmen eines Pastoralbesuches den kirchlichen Segen. Das Gebäude war in nur einjähriger Bauzeit entstanden. Ein ambitionierter Zeitrahmen – und so waren noch am Tag vor der Einweihung fleißige Hände für den letzten Schliff am Werk gewesen. „Wenn die Kerzen der Apostelleuchter brennen, ist es ein Zeichen, dass Sie als Nachfolger der Apostel zu uns gekommen sind“, begrüßte Pfarrer Heinrich Rosner mit herzlichen Worten Bischof Rudolf Voderholzer.

Bei der Feier des Gottesdienstes am Altar.

„Wir haben diesen Tag, den Tag der Einweihung des neuen Pfarrheims herbeigesehnt“, fuhr der Pfarrer fort. Denn neben der Kirche sei das Pfarrheim der Ort, an dem über den Glauben gesprochen wird und wo der Glaube auch gelebt wird. Er dankte allen, die an der Planung und am Bau beteiligt waren, den vielen Helfern und besonders auch der Diözese für ihren wesentlichen finanziellen Beitrag, ohne den der Bau nicht möglich gewesen wäre.

Kurz vor der Segnungshandlung vor dem neuen Gebäude, das künftig für Feiern und Lernen sowie überhaupt das Zusammensein der Gläubigen zur Verfügung steht.

„Ich freue mich, dass ich bei Ihnen sein darf und dem neuen Pfarrheim den Segen spenden kann“, erwiderte Bischof Rudolf. Er sei gern nach Schwarzenfeld gekommen, schließlich sei Schwarzenfeld ein besonders gutes Beispiel für das gedeihliche Miteinander von Pfarrei und Kloster, das zu einem intensiven geistlichen Leben an Ort und Stelle führe.

In seiner Predigt ging der Bischof auf die 40-tägige Fastenzeit, die Vorbereitungszeit auf Ostern, ein. „In dieser besonderen Zeit werden uns in Lesung und Evangelium ganz zentrale und wichtige Bibeltexte vorgetragen, die unsere Beziehung zu Gott vertiefen sollen“, sagte der Bischof und zitierte aus dem Römerbrief: „Wenn du mit dem Herzen glaubst und mit dem Mund bekennst, wirst du Gerechtigkeit und Rettung erlangen.“

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer versprengte das Weihwasser auf die Außenscheiben im Eingangsbereich des neuen Pfarrheims.

Besonders aber das Evangelium von der Versuchung Jesu, das stets am Ersten Fastensonntag gelesen wird, sei ein zentraler Text, den es gut zu beherzigen gelte, weil er uns zeigt, wer Jesus ist – und vor allem, wer er für uns ist. „Jesus ist ganz Mensch wie wir und auch er wird in Versuchung geführt, er hat einen freien Willen wie wir, der entscheiden kann zwischen Gut und Böse“, fuhr der Bischof fort. „Jesus ist nicht gekommen, Macht auszuüben, er ist gekommen um die Herzen zu berühren, die Menschen zur Umkehr zu bewegen und von innen heraus den Weg des Friedens zu gehen. Er ist gekommen, um uns eine Wohnung beim Vater zu bereiten, um uns ewiges Leben zu erwerben.“
Auf das neue Pfarrheim eingehend verwies der Bischof darauf, dass die Pfarrkirche zwar die Herzmitte der Pfarrgemeinde sei, man aber auch andere Räumlichkeiten brauche, nämlich um sich einzustimmen, sich auszutauschen, sich fortzubilden. „Ich wünsche mir, dass Sie es kräftig nutzen, dass es täglich mit Leben erfüllt wird, dass es zusätzlichen Aufschwung für die ganze Gemeinde bewirkt“, schloss der Bischof seine lebendige, alle Gläubigen ansprechende Predigt.

Noch ist alles wie unberührt, doch bald wird hier das Leben der Gläubigen pulsieren.

Der Pontifikalgottesdienst wurde musikalisch von den Kirchenchören Schwarzenfeld und Stulln unter Leitung von Regionalkantor Michael Koch gestaltet. Konzelebranten waren Pfarrer Heinrich Rosner und Pfarrvikar Joseph Kokkoth. An die Segnung des Pfarrheims schloss sich ein Festakt an. Bürgermeister Manfred Rodde gratulierte zum gelungenen Werk und freute sich über das Ensemble aus Kirche, Pfarrhof, Pfarrheim und Rathaus, das dem Vorplatz nun das Gepräge gebe und auf die ganze Marktgemeinde ausstrahle.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen schloss sich ein vielseitiges Festprogramm an. Der Kindergarten St. Josef und die Kolpinggruppe boten Kinderschminken und Bastelarbeiten an, die Ministranten Mitmachspiele. Der Frauenbund wirkte fleißig mit und verschiedene Chöre bereicherten mit ihren Beiträgen den Nachmittag. Den Ausklang des festlichen Tages bildete das „Familien-Mitmach-Konzert“ mit Hubert Treml.

Blick mit Bautafel: Dahinter zeigt sich das Gesamtensemble, das auf die katholische Kirche hingeordnet ist.

Als Pfarrer Heinrich Rosner vor fünf Jahren sein Amt in Schwarzenfeld antrat, sah er sich mit der Frage konfrontiert, was mit dem bisherigen Pfarrhof geschehen solle. Die Bischöfliche Finanzkammer hatte dann im Juni 2015 verfügt, das gegenüberliegende Benefiziatenhaus abzubrechen und dort einen neuen Pfarrhof zu errichten, sowie das Jugendheim, das nicht zentral lag, zu veräußern. Und schließlich sollte auf dem Grund des bisherigen Pfarrhofs, in unmittelbarer Nähe der Pfarrkirche, ein neues Pfarrheim errichtet werden.

Im Januar 2016 hat man schließlich einen Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Das Preisgericht, dem unter anderen auch der Leiter des Bischöflichen Baureferats, Paul Höschl, angehörte, wählte unter elf eingegangen Entwürfen den des Architekturbüros Volker Schwab aus. Das neue Pfarrheim sollte „Wohlfühlcharakter“ besitzen. Barrierefreiheit und Wirtschaftlichkeit waren weitere Kriterien für die Planung.

Auch in der Spiegelung in der Glasscheibe lässt sich der Bezug zur Kirche als dem zentralen Ort der Feier der Liturgie ersehen.

Aus diesem Grund wurde ein langgezogenes, eingeschossiges Gebäude geplant, Treppen oder ein Aufzug sind nicht notwendig. Ein großzügiges Foyer teilt den Saalbereich von den Gruppenräumen und gibt den Zugang zur Terrasse frei. Der Saal ist drittelbar und bietet unter Einbeziehung des Foyers 200 Personen Platz. Vier Gruppenräume stehen den kirchlichen Gruppierungen künftig zur Verfügung. Alle Räume orientieren sich zum großen Platz zwischen Kirche und Rathaus hin. Der Eingangsbereich ist überdacht, die Räume sind mit großen Fenstern ausgestattet, damit viel Licht einfließen kann. Im richtigen Blickwinkel betrachtet, spiegelt sich die Kirche in der Fensterfront. Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit hat man ein begrüntes Flachdach gewählt. Ein schattiger Pfarrgarten rundet das Gebäude ab.

Chronologie: 2013 Beginn der Planungen. 2015 Genehmigung durch die Diözese. 2016 Architektenwettbewerb. 2017 Baubeginn. 2018 Fertigstellung

Räume: 400 Quadratmeter Nutzfläche, Foyer, Pfarrsaal, vier Gruppenräume, Teeküche, Toiletten
Bau: eingeschossiger Bau, barrierefrei, begrüntes Flachdach
Heizung: Luft-Wärmepumpenheizung

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